In unserem Antibabypillen-Vergleich erläutern wir die Unterschiede zwischen Kombinations- und Minipillen, die verschiedenen Einnahmeschemas, pillenspezifische Nebenwirkungen, Risikogruppen und welche Generationen es auf dem Markt gibt, um Ihnen bei der Auswahl der besten Pille zu helfen. 

 

Welche Pillen gibt es? Der Mikro-, Kombi- und Minipillen Vergleich

 

Mikropille

Die Mikropille gehört zu der Gruppe der Kombinationspillen. Diese Art der Antibabypille enthält die Hormone Östrogen und Gestagen und wird daher auch als Kombinationspräparat bezeichnet. Im Gegensatz zu den ersten kombinierten Antibabypillen, die auf den Markt kamen, sind Mikropillen niedriger dosiert und haben einen Östrogengehalt von weniger als 0,05 mg.

Bei richtiger Anwendung schützt die Kombinationspille 99% der Anwenderinnen vor einer ungewollten Schwangerschaft. Sollte die Pille gelegentlich mehr als 12 Stunden zu spät oder falsch eingenommen werden, dann werden neun von 100 Anwenderinnen im Laufe eines Jahres schwanger.

 

Einphasenpillen

Mikropillen sind als ein- und mehrphasige Präparate erhältlich. Bei einphasigen Antibabypillen enthalten alle Dragees die gleiche Hormonmenge. Sie müssen die Pillen daher nicht in einer bestimmten Reihenfolge einnehmen, jedoch kann Ihnen das Befolgen der Hinweise (Pfeile und/oder Wochentage) auf dem Verpackungsstreifen dabei helfen, Fehler zu vermeiden.

Ein-Phasen-Pillen werden für 21 oder 28 Tage angewendet. Bei einem Streifen mit 21 Pillen wird täglich je eine Pille eingenommen bis der Streifen leer ist, darauf folgt eine siebentägige Pause, in der durch die ausbleibenden Hormone eine Abbruchblutung einsetzt. Nach der einwöchigen Pause wird der nächste Verpackungsstreifen begonnen und der Vorgang wiederholt sich. 

Bei einem Streifen mit 28 Dragees wird täglich je eine Pille eingenommen bis dieser leer ist, danach wird der nächste Streifen ohne Pause begonnen. Das Präparat besteht aus 21 oder 24 hormonhaltigen Pillen und sieben oder vier Pillen, die keine Hormone enthalten und somit auch keine Wirkung haben. Diese Art der Pille ist empfehlenswert für Frauen, die sich mit dem Einnahme- und Pausenrythmus schwer tun. Durch die hormonfreien Placebo-Pillen ist keine Pause nötig und die gewohnte Abbruchblutung setzt trotzdem ein. 

Eine Umfrage deckte auf, dass fast ein Drittel der Frauen es bevorzugen würden, ihre Periode nur alle drei bis 12 Monate zu haben. Einphasige Mikropillen können für solch einen Langzeitzyklus angewendet werden. Dabei wird, nachdem der Verpackungsstreifen leer ist, gleich der nächste begonnen (Placebo-Pillen werden ausgelassen), wodurch eine hormonfreie Pause ausbleibt und keine Blutung einsetzt.

 

Mehrphasenpillen

Mehrphasige Präparate bestehen aus Pillen, die verschiedene Mengen der Geschlechtshormone enthalten. Sie sollen mit den fallenden und steigenden Hormonwerten den natürlichen Zyklus der Frau imitieren und müssen für eine effektive Empfängnisverhütung unbedingt in der vorgegebenen Reihenfolge eingenommen werden. Um die richtige Einnahme zu erleichtern, gibt es Hinweise auf dem Streifen und Pillen in verschiedenen Farben.

 

Minipille

Die Minipille ist ein östrogenfreies Kontrazeptiva, das im Gegensatz zur Kombipille nur ein Gestagen Hormon enthält. Sie ist besonders nützlich für Frauen, die Östrogen nicht vertragen oder wegen bestimmten Erkrankungen oder Risikofaktoren wie dem Rauchen oder einem Alter von mehr als 35 Jahren eine Kombinationspräparat nicht einnehmen können.

Die Gestagenpille muss täglich immer zur gleichen Zeit eingenommen werden und das ohne Pausen zwischen den Verpackungsstreifen. Bei den meisten Pillen genügt schon eine Verspätung von drei Stunden, um die Wirksamkeit der Empfängnisverhütung einzuschränken. Daher sollte bei der Anwendung der Minipillen besonders auf die genaue Einnahmezeit geachtet werden.

Die östrogenfreie Pille schützt Anwenderinnen in 99% der Fälle vor unerwünschten Schwangerschaften. Sollte das Gestagenpräparat gelegentlich mehr als drei Stunden (bei wenigen bis zu 12 Stunden) zu spät oder nicht gemäß der Anweisungen eingenommen werden, dann können neun von 100 Anwenderinnen im Laufe von 12 Monaten schwanger werden.

 

Risiken und Nebenwirkungen der Antibabypille im Vergleich

Bestimmte Risikofaktoren können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, schwerwiegende Nebenwirkungen bei der Anwendung der Kombinations- oder Minipille zu verspüren. Daher ist es äußerst wichtig, dass Sie vor der ersten Verschreibung eines Präparats ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Verschreiber führen, um Risikofaktoren, Krankheiten und mögliche Wechselwirkungen von Arzneimitteln zu vergleichen. 

Häufig gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und sexuelle Unlust zu möglichen Nebenwirkungen beider Pillenarten. Die Kombi- oder Minipille sind meist auch nicht für Frauen geeignet, die Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen wie Epilepsie oder Infektionen wie HIV oder Hepatitis-C einnehmen.

 

Risiken und Nebenwirkungen der Kombinationspille im Vergleich

Durch ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen können Kombinationspillen eventuell nicht von Frauen eingenommen werden, die zu einer oder mehreren dieser Risikogruppen gehören:

  • Über 35 Jahre alt
  • Bluthochdruck
  • Starke Raucherin
  • Hohes Übergewicht
  • Diabetes
  • Herzerkrankungen
  • Anwendung von Medikamenten für Erkrankungen wie Infektionen oder Epilepsie
  • Thrombose (mit familiärer Vorgeschichte)
  • Krebs im Brustbereich und/oder den Geschlechtsorganen
  • Stillende Frauen
  • Empfindlichkeit auf Inhaltsstoffe

Kombinationspräparaten können nachweislich das Brustkrebsrisiko erhöhen, daher ist bei Frauen, die zuvor an Brustkrebs litten oder eine familiäre Vorbelastung haben, besondere Vorsicht geboten. Auch die Schädigung von Blutgefäßen durch Diabetes, einem Alter von mehr als 35 Jahren oder durch starkes Rauchen kann es zu Gefäßverengungen kommen, die wiederum das Thromboserisiko im Zusammenhang mit der Kombinationspille erhöhen. Stillenden Frauen wird abgeraten, die kombinierte Antibabypille anzuwenden, da die enthaltenen Hormone die Zusammensetzung der Muttermilch verändern können. Außerdem wird bei einer Östrogenunverträglichkeit von der Anwendung von Kombipräparaten abgeraten.

 

Risiken und Nebenwirkungen der Minipille im Vergleich

Im Vergleich zu kombinierten Antibabypillen werden Minipillen oft an Risiko-Patienten verschrieben für die Kombinationspräparate nicht geeignet sind wie z. B. stillende Frauen, Raucherinnen oder Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko. Jedoch ist die Minipille nicht für jede Frau richtig und kann eventuell nicht eingenommen werden, wenn eine oder mehrerer dieser Risiken bestehen:

  • Empfindlichkeit auf Inhaltsstoffe
  • Anwendung von bestimmten Medikamenten wie für Infektionen oder Epilepsie

Auf den ersten Blick scheinen Gestagenpillen im Vergleich zu Kombinationspräparaten verträglicher, doch hat die Minipille einige klare Nachteile, wenn mit der Kombipille verglichen. Es kann häufiger zu unregelmäßigen Schmierblutungen kommen und das Einnahmefenster ist bei vielen Minipillen sehr beschränkt: Während die Kombipille bis zu 12 Stunden später als gewohnt eingenommen werden kann und dabei nicht Ihre Wirksamkeit verliert, können die Minipillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel nur in einem dreistündigen Zeitfenster eingenommen werden bis der Effekt der Empfängnisverhütung nachlässt. Minipillen die Desogestrel enthalten, können jedoch bis zu 12 Stunden verspätet angewendet werden. Daher sollte im Voraus gut überlegt werden, ob Frauen sich an die strenge Routine halten können ohne eine ungewollte Schwangerschaft zu riskieren.

 

Generationen-Vergleich

Die erste Generation der Antibabypille kam 1961 in Deutschland auf den Markt und seitdem wurden eine zweite, dritte und vierte Generation des Verhütungsmittels entwickelt. Die Generation bezieht sich dabei auf die Art der Gestagen, die in den Pillen enthalten sind. Frühere Pillen-Varianten der 1. Generation enthielten noch deutlich höhere Mengen an Östrogen und Norethisteron (Gestagen). Darauf folgten Pillen mit niedrigeren Dosierungen von Östrogen und dem Gestagen Levonorgestrel. Heutzutage werden fast ausschließlich nur noch Pillen mit einem Östrogengehalt von 0,05 mg oder weniger verschrieben.

Für die Pillen der 3. und 4. Generation wurden neuartige Gestagene entwickelt, die gezielt positive Nebenwirkungen zur Behandlung von Lifestyle-Problemen hervorheben sollen. Bei bestimmten Zusammensetzungen können Anwenderinnen mit leichter bis mittelschwerer Akne eine klarere Haut oder bessere Haare bekommen, oder eine Gewichtszunahme, wie sie bei anderen Pillen häufig vorkommt, vermeiden. 

Aber Achtung: Pillen der 3. und 4. Generation, die Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon enthalten, haben im Vergleich zu früheren Generationen ein zusätzlich erhöhtes Thromboserisiko. Generell gilt, dass kombinierte hormonelle Kontrazeptiva das Risiko für ein Thrombose erhöhen können. Statistisch erkranken: 

  • 5 bis 7 von 10.000 Frauen bei Präparaten der 2. Generation 
  • 8 bis 11 von 10.000 Frauen bei Präparaten der 3. und 4. Generation
  • 2 von 10.000 Frauen, die keine hormonelle Verhütungsmittel anwenden

Frauen, die zu Risikogruppen (z.B. Raucherin, über 35 Jahre alt, starkes Übergewicht, Diabetes) gehören, wird von der Anwendung der 3. und 4. Generation abgeraten, da diese unter Umstände das Thromboserisiko weiter fördern können.

 

Inhaltsstoffe der Antibabypille im Vergleich

1. und 2. Generation

1. und 2. Pillen Gestagen Generation

3. und 4. Generation

3. und 4. Pillen Gestagen Generation

Welche Pille ist am wenigsten gefährlich?

Um die Frage der gefährlichsten und sichersten Pille beantworten zu können, sollten Sie alle in diesem Artikel aufgelisteten Informationen und Fakten zu dem oralen Kontrazeptiva bei der Entscheidung mit einbeziehen. Dabei ist es wichtig, den Unterschied zwischen kombinierten Antibabypillen und Minipillen zu kennen und sich mit potentiellen Nebenwirkungen und Dosierungen auseinanderzusetzen. Verschiedene Pillen können bei Frauen, die zu Risikogruppen gehören, öfter zu Nebenwirkungen führen, deswegen sollten Sie vor der Anwendung einer neuen Pille bestehende Erkrankungen, Ihren Lebensstil und jegliche Medikamente, die Sie einnehmen, mit einem Arzt oder Verschreiber besprechen.

 

Welche Pille passt zu mir?

Welche Pille zu Ihnen am besten passt, hängt, wie Sie in diesem Vergleich gelernt haben, von verschiedenen Faktoren ab. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich vor der Auswahl die folgenden Fragen stellen:

  • Gehöre ich zu einer der Risikogruppen?
  • Wie wichtig ist die tägliche Routine bei der Einnahme?
  • Bin ich diszipliniert genug, die Pille immer rechtzeitig einzunehmen?
  • Möchte ich die Pille durchnehmen oder Einnahmepausen haben?
  • Wird die Pille primär für kosmetische Gründe oder die Empfängnisverhütung verwendet?
  • Bin ich mir den potentiellen Nebenwirkungen bewusst?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Verschreiber, wenn Sie eine neue Pille verwenden möchten oder Beschwerden zu Ihrem derzeitigen Präparat haben.

Zuletzt überprüft:  12.06.2020