Welche Medikamente gegen Reisekrankheit gibt es?
Viele Medikamente gegen Reisekrankheit sind im Handel erhältlich. Das übliche, verschreibungspflichtige Medikament Kwells ist eine Tablette, Scopoderm dagegen ein Pflaster, das vor der Reise diskret hinter dem Ohr platziert wird. Sie beinhalten denselben Wirkstoff, Hyoscin-Hydrobromid.
Laut Studien wird mit diesem Inhaltsstoff Bewegung verträglicher. [1] Als Hemmer verhindert er, dass das Gehirn von bestimmten Körperbereichen wie dem Innenohr Signale erhält, was ansonsten Übelkeit und andere Symptome der Reisekrankheit auslöst.
Andere Medikamente wie Cinnarizin, Phenargen und Stegeron beinhalten den Wirkstoff Anthistamin, der das Gefühl der Übelkeit reduziert. Sie wirken, indem sie die Signale hemmen, den Bereich im Gehirn zu erreichen, der Übelkeit und Erbrechen auslöst. Allerdings können sie Nebenwirkungen wie Benommenheit, Müdigkeit und Schwindel auslösen.
Gibt es das „beste“ Medikament gegen Reisekrankheit?
Es gibt kein grundsätzlich „bestes“ Medikament. Es kommt auf Sie und Ihren Körper an.
Da Kwells und Scopoderm denselben Hauptwirkstoff beinhalten, könnte Kwells Ihnen besser passen, wenn Sie problemlos Tabletten schlucken, während Sie wahrscheinlich Scopoderm Pflaster bevorzugen, wenn Sie nichts schlucken wollen. Letztere sind auch für längere Behandlungsphasen praktisch, zum Beispiel für eine Busreise oder Kreuzfahrt.
Einige Menschen empfinden Medikamente mit Antihistaminen als hilfreich, allerdings sind ihnen die Nebenwirkungen unangenehm. Sollte das der Fall sein, bevorzugen Sie womöglich ein anderes Medikament gegen Reisekrankheit.
Muss Reisekrankheit immer behandelt werden?
Bei Kleinkindern verschwindet der Effekt oft mit der Zeit. Auch bei Erwachsenen gibt es verschiedene Faktoren, die die Symptome der Reisekrankheit verringern oder erhöhen können. Ein Wechsel der Umwelt oder des Verhaltens kann Symptome erleichtern oder sie komplett bekämpfen.
Falls Sie an Reisekrankheit leiden, vermeiden Sie schwere Mahlzeiten, Koffein oder Alkohol, Nahrung mit hohem Histaminanteil (zum Beispiel Käse, Thunfisch oder Salami) oder große Mengen von Flüssigkeit vor der Reise. Wenn es möglich ist, vermeiden Sie stickige Luft während der Reise.
Manchmal können schon einfache Lösungen, wie das Fenster bei der Autofahrt öffnen, helfen, um die Symptome zu erleichtern. Falls Sie rauchen, sollten Sie es vermeiden, direkt vor oder während der Reise zu rauchen.
Wenn möglich, machen Sie regelmäßig Pausen und trinken Sie während Ihrer Reise genug Wasser. Wenn Sie eine längere Pause machen, schlafen Sie. Versuchen Sie, sofern möglich, während der Reise die Bewegung so viel wie möglich zu reduzieren, das kann die Übelkeit abschwächen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist es, alle unnötigen, visuellen Reize zu vermeiden, was den visuellen, sensorischen Konflikt verringert. Damit werden die Symptome verzögert und Ihre Schwere reduziert. Wenn Sie sich in einem Transportmittel befinden, das sich fortbewegt, sollten Sie es zudem vermeiden, zu lesen oder einen Bildschirm zu benutzen.
In einem Auto kann es von Vorteil sein, im Vordersitz anstatt hinten zu sitzen und sich auf einen Fixpunkt zu fokussieren. Das Auto selbst zu fahren, anstatt Mitfahrer zu sein, kann auch gegen Reisekrankheit helfen.
Sonnenbrillen reduzieren visuelle Reize und sind damit auch von Vorteil. Falls die oben genannten Vorschläge nicht funktionieren, schließen Sie die Augen und bringen Sie sich, falls es passt, in eine waagerechte Position. Sollten die Symptome der Reisekrankheit nicht verschwinden, konsultieren Sie Ihren Arzt und sprechen Sie über Behandlungsmöglichkeiten.