Zwischenblutungen oder Schmierblutungen können verschiedene Ursachen haben. Oftmals sind sie recht harmlos und werden beispielsweise durch das versäumte Einnehmen der Pille oder Stress hervorgerufen. Sollten Sie sich jedoch nicht im Klaren sein, wo die Ursache Ihrer Zwischenblutungen liegt, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen.

Im Folgenden erfahren Sie:

  • Was anormale Vaginalblutungen sind
  • Welche Ursachen Zwischenblutungen haben können
  • Was Ihr Arzt bei Zwischenblutungen tun kann

Was sind anormale Vaginalblutungen?

Da jede Frau unterschiedlich ist, gibt es keine feste Definition für “normale” und “anormale” Blutungen.

Anormale Blutungen sind also die Blutungen, die für Sie selbst eher unnormal sind.

Sie können in den folgenden Situationen auftreten:

  • Wenn Sie nicht mit Ihrer Regel rechnen
  • Während der Schwangerschaft
  • Nach Eintritt der Menopause

Als anormale Blutungen können auch die Regelblutungen bezeichnet werden, die schwächer oder stärker als normalerweise sind.

Wann sollte ich deshalb zum Arzt gehen?

Sollten Sie an anormalen Blutungen leiden, ist es ratsam, Ihrem Frauenarzt dies mitzuteilen.

Zwischenblutungen können aufgrund von verschiedenen Ursachen auftreten. In vielen Fällen, wenn neben den Zwischenblutungen noch andere Symptome auftreten, sind diese harmlos und verschwinden von selbst wieder.

In einigen Fällen sollten Sie sich jedoch dennoch an einen Arzt wenden. Dies ist empfehlenswert, wenn:

  • Die Zwischenblutungen länger als eine Woche anhalten
  • Die Zwischenblutungen sehr stark sind
  • Sie schwanger sind oder schwanger sein könnten
  • Die Zwischenblutungen bei Ihnen zu Schwindel führen
  • Die Zwischenblutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten
  • Andere Symptome wie Unterleibsschmerzen oder Fieber auftreten

Welchen Ursachen können Zwischenblutungen haben?

Oft sind Hormonveränderungen oder -fluktuationen die Ursache für Zwischenblutungen.

In seltenen Fällen können auch körperliche Verletzungen, Infektionen oder Krankheiten die Ursache für Zwischenblutungen sein.

Im Folgenden gehen wir näher auf die verschiedenen möglichen Ursachen von Zwischenblutungen ein und sagen Ihnen, wann es besser ist, einen Arzt aufzusuchen.

Verhütungsmittel

Beginn der Verwendung von einem Verhütungsmittel

Viele Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder Verhütungspflaster verwenden, erfahren während der ersten 3 Monate häufig Zwischenblutungen.

Sie sollten Ihrem Arzt jedoch mitteilen, falls die Zwischenblutungen sich zu einem Problem entwickeln oder sie auch nach den ersten 3 Monaten bestehen bleiben.

Das Vergessen der Pille

Zwischenblutungen können als Folge des Vergessens der Einnahme der Antibabypille (oder der Verwendung des Verhütungspflasters) auftreten.

Wenn Sie die Pille zwar einnehmen, sich jedoch erbrechen oder an Durchfall leiden, kann es sein, dass die Pille nicht vom Körper aufgenommen wird (wenn Sie sich beispielsweise innerhalb von 2 Stunden nach der Einnahme erbrechen oder wenn Sie innerhalb von bis zu 24 Stunden nach der Einnahme Durchfall haben).

Dies wird vom Körper als vergessene Einnahme wahrgenommen und kann ebenfalls zu Zwischenblutungen führen.

Wenn Sie die Einnahme Ihrer Pille versäumt haben oder währenddessen krank geworden sind und nun nicht genau wissen, was zu tun ist, wenden Sie sich bitte an Ihren Frauenarzt.

Das Durchnehmen der Pille

Wenn Sie Ihre Pille auch während der Pillenpause weiter nehmen, kann dies ebenfalls zu Zwischenblutungen oder dem Verschieben der eigentlichen Regelblutung führen. In den nächsten Wochen können hier also ebenfalls Zwischenblutungen auftreten.

Die Einnahme der Pille danach

Auch die Einnahme der Notfallverhütung (Pille danach) kann zu Zwischenblutungen führen. Diese sollten nur einige Tage anhalten; in einigen Fällen können Sie jedoch solange andauern, bis die normale Regelblutung eintritt.

Auch hier gilt: wenn die Zwischenblutungen sehr stark sind oder sehr lange anhalten, sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt.

Stress

Cortisol, welches in größerem Maße ausgeschüttet wird, wenn wir unter Stress stehen, kann sich auf die Funktion der Fortpflanzungshormone auswirken und so zu Veränderungen des normalen Menstruationszyklus führen.

Obwohl es üblich ist, unter Stress zu stehen, wenn Sie einen anstrengenden Job oder einen strengen Terminkalender haben, sollten Sie lieber einen Schritt zurücktreten, wenn Sie sich ununterbrochen gestresst fühlen oder aufgrund dessen gar physische Symptome erfahren.

Perimenopause

In dem Zeitraum vor der Menopause (auch aus Perimenopause bezeichnet) können Regelblutungen aufgrund der hormonellen Veränderungen unregelmäßig auftreten.

Bei der Mehrzahl der Frauen tritt die Menopause im Alter von 45 bis 55 auf; meist beginnend mit 51. Bei einigen Frauen kann sie auch eher auftreten. Wenn Sie bereits vor dem 40. Geburtstag in die Menopause kommen, wird dies als frühzeitige Menopause oder vorzeitige Ovarialinsuffizienz bezeichnet.

Wenn Sie bereits aus der Menopause heraus sind und dennoch vaginale Blutungen erfahren, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt sprechen, da dies eventuell ein Indikator für eine Erkrankung sein kann.

Andere Ursachen

Vereinzelt können Zwischenblutungen auch durch die folgenden Ursachen hervorgerufen werden:

Vaginale TrockenheitDies kann zu Reizungen der Innenseite der Scheide führen und Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr hervorrufen.

VerletzungenWenn die Scheide während des Geschlechtsverkehrs verletzt wird, kann sie zu bluten beginnen. Das Gewebe in der Scheide und in dem Gebärmutterhals enthält viele Blutgefäße deren Blutungen stärker sein können als bei einer herkömmlichen Wunde.

InfektionenEinige Infektionen wie beispielsweise die Beckenentzündungskrankheit oder Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper) oder Chlamydien können Zwischenblutungen oder Blutungen während des Geschlechtsverkehrs hervorrufen.

In einigen Fällen treten hier auch andere Symptome wie Ausfluss oder Unterleibsschmerzen auf - dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Wenn Sie vor Kurzem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner gehabt haben und nun bei Ihnen Zwischenblutungen auftreten, sollten Sie sich bei Ihrem Arzt auf eine mögliche sexuell übertragbare Infektion (Geschlechtskrankheit) testen lassen.

Zervixerosion (Portioerosion). Als Zervixerosion wird die Entzündung der Zervixzellen bezeichnet. Die Zervixzellen entwickeln sich hier auch außerhalb des Gebärmutterhalses. Dies kann zu Zwischenblutungen oder Blutungen während und nach dem Geschlechtsverkehrs führen.

Es ist unklar, wann eine Zervixerosion auftritt, hormonelle Veränderungen können jedoch ein Faktor sein.

PolypenEs gibt verschiedene Arten von Wucherungen, die sich im Uterus entwickeln und eventuell zu Zwischenblutungen führen können. Um diesbezüglich weitere Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

EndometriumhyperplasieAls Endometriumhyperlasie wird die Verdickung der Gebärmutterschleimhaut bezeichnet. Dies kann durch Veränderungen des Östrogen- und Progesterongehalts im Körper verursacht werden und kann zu Zwischenblutungen führen. Auch die Regelblutungen können stärker sein oder länger andauern als normal.

Probleme während der SchwangerschaftSollten Sie während der Schwangerschaft Blutungen bekommen, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt.

Gebärmutterhals- oder GebärmutterkörperkrebsDiese Erkrankungen führen in der Regel zu keinen klar erkennbaren Symptomen in den Anfangsstadien; Zwischenblutungen können jedoch ein Anzeichen sein.

Es ist sehr selten, dass jemand tatsächlich Krebs hat, wenn Zwischenblutungen auftreten. Sollten Sie Zwischenblutungen bei sich feststellen können, ist es dennoch besser, sich an den Frauenarzt zu wenden.

Es ist empfehlenswert, dass Frauen zwischen 25 und 64 regelmäßig einen Abstrich beim Frauenarzt machen lassen. Dieser kann dabei helfen, Anzeichen von Gebärmutterkrebs im Anfangsstadium festzustellen. So kann die Behandlung früh begonnen werden. Abstriche werden beim Frauenarzt ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich bei der Kontrolluntersuchung durchgeführt.

AbtreibungVaginale Blutungen treten sehr häufig nach einer Abtreibung auf und können für bis zu zwei Wochen anhalten. Wenn die Blutungen nach zwei Wochen immer noch auftreten, sollten Sie sich an Ihren Frauenarzt wenden.

Was passiert, wenn ich zu meinem Frauenarzt gehe?

Ihr Frauenarzt wird Ihnen Fragen zu Ihren Symptomen stellen und eventuell Tests durchführen wie beispielsweise:

STI Tests. Anhand eines Abstriches können Sie auf Geschlechtskrankheiten getestet werden.

Einen Schwangerschaftstest. Hier wird getestet, ob eine Schwangerschaft besteht.

Untersuchung. Es kann eine Untersuchung durchgeführt werden, bei der Ihr Frauenarzt Sicht auf den Gebärmutterhals hat.

Bluttest. Ein Bluttest kann den Hormongehalt im Blut bestimmen.
Ultraschalluntersuchung. Mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen können anatomische Anomalien festgestellt werden.

Bei weiteren Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Frauenarzt. Dieser kann Sie sicher beraten.