Hitzewallungen und Nachtschweiß
Hitzewallungen erleben etwa drei von vier Frauen während der Menopause. Dieses plötzlich und intensiv auftretende Hitzegefühl kann zum Erröten, Schwitzen und generell dazu führen, dass Ihnen zu heiß ist.
Hitzewallungen können zu jeder Zeit am Tag oder in der Nacht auftreten, den Schlaf häufig stören und zu Nachtschweiß führen (starkes Schwitzen während des Schlafs). Diese intensiven Schwitzepisoden, die von einem plötzlichen Gefühl der Wärme begleitet werden, können Schlafanzüge und Laken durchnässen. Nachtschweiß kann Schlafunterbrechungen verursachen und zu Müdigkeit und Reizbarkeit während des Tages führen.
Zum Glück können diese Symptome signifikant innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der HET reduziert werden. Einige Frauen berichten schon früher von Verbesserungen und stellen häufig fest, dass diese Beschwerde vollständig aufgelöst wird. Aktuell gibt es keine Behandlung, die effektiver ist als die HET, diese Symptome in den Griff zu bekommen.
Schlafqualität
Wie zuvor erwähnt können die schwankenden Werte von Östrogen während der Menopause in Nachtschweiß resultieren, Hitzeintoleranz und gelegentlichen Albträumen, was zu gestörtem Schlaf und schlechter Schlafqualität führen kann. Der Einfluss von HET auf Schlaf ist noch nicht vollständig geklärt und kann von Person zu Person variieren. Einige Frauen stellen nach wenigen Wochen der HET eine Verbesserung des Schlafs fest, während andere mehr Zeit brauchen, um Verbesserungen zu bemerken.
Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass eine niedrig dosierte Hormontherapie (wie Pillen oder Pflaster) zu einer besseren Schlafqualität bei Frauen in den Wechseljahren beiträgt. Außerdem scheint es eine Korrelation zwischen besserem Schlaf und der Reduktion von Hitzewallungen und Nachtschweiß zu geben. Indem also die Stärke dieser Symptome verringert wird, kann HET zu einer besseren Schlafqualität verhelfen.
Sie könnten auch erwägen, einige Lebensstilveränderungen in Kombination mit der HET auszuprobieren, um den Schlaf zu verbessern. Einige Beispiele davon sind die Screentime vor dem Schlafengehen einzuschränken, in einer kühlen Umgebung zu schlafen, leichte, atmungsaktive Schlafanzüge zu tragen und auf feuchtigkeitsabweisenden Laken zu schlafen.
Scheidentrockenheit und Harnwegsbeschwerden
Scheidentrockenheit und Harnwegsbeschwerden sind häufige Herausforderungen, denen sich Frauen während der Wechseljahre wegen hormoneller Veränderungen stellen. Die Senkung des Östrogenspiegels kann zum Ausdünnen und Austrocknen von Scheidengewebe führen, Unwohlsein, Juckreiz und Schmerzen verursachen, vor allem während des Geschlechtsverkehrs. Veränderungen in der Harnröhre können außerdem zu Problemen führen wie verstärktem und häufigerem Harndrang und gelegentlichem Harnverlust. Diese Symptome können die Lebensqualität und intime Beziehungen beeinflussen.
Scheidentrockenheit ist in der Regel die erste Indikation, dass eine Person vaginale Atrophie entwickelt. Vaginale Atrophie ist eine Störung, bei der die Vaginalschleimhaut trockener und dünner wird. Das führt zu Juckreiz, Brennen und Schmerzen während des Sex, neben anderen Symptomen. Die Störung schließt auch Harnwegsstörungen ein, z. B. Blasenentzündungen und Harninkontinenz. Kürzlich wurde der Begriff vaginale Atrophie mit einem neuen ersetzt, urogenitales Menopausensyndrom (GSM).
HET verschafft Erleichterung von Scheidentrockenheit und Harnwegsbeschwerden, die mit Menopause verbunden sind. Das verbessert nicht nur das Wohlgefühl, während man intim ist, sondern kann auch die Libido und den Genuss am Sex verstärken. Außerdem werden Probleme wie versehentlicher Harnverlust während Aktivitäten wie Husten oder Sport, sowie dem Drang, die Blase zu leeren, häufig mit der Anwendung der HET reduziert.
Verringerter Sexualtrieb (Libido)
Bis zu 40–50 % der Frauen, die in der Perimenopause oder Menopause sind, berichten von einem Verlust des Sextriebs. Dieser Verlust wird häufig mit schwankenden Östrogenwerten verbunden, was das sexuelle Verlangen und die Erregung beeinflussen kann. Herausforderungen wie Scheidentrockenheit und -unwohlgefühl während des Geschlechtsverkehrs (Dyspareunie) können die allgemeine sexuelle Befriedigung beeinflussen. Auch emotionale Faktoren wie Stress, Stimmungsschwankungen und Sorgen über das Alter oder das Aussehen des Körpers können zu einem verringerten Sexualtrieb führen.
Auf Östrogen basierte HET wird häufig empfohlen, um das sexuelle Wohlgefühl zu erhöhen, indem die Durchblutung im Beckenbereich (bis zu Ihren Genitalien) und die Scheidenfeuchtigkeit erhöht werden. Allerdings wird eine reine Gestagen-HET in der Regel Frauen empfohlen, die eine Hysterektomie hinter sich haben oder eine Mirena Spirale anwenden (Intrauterinsystem mit Gestagen, das Empfängnisschutz liefert). Wenn das nicht auf Sie zutrifft, wenden Sie wahrscheinlich am besten kombinierte HET an. Kombinierte HET bedeutet, sowohl Östrogen als auch Progesteron anzuwenden, und ist besser geeignet, wenn Sie eine Gebärmutter haben.
Wenn Sie vor der HET einen geringen Sexualtrieb hatten, bemerken Sie wahrscheinlich, dass sich Ihr Sexualtrieb nach ein paar Monaten der Behandlung verbessert. Wenn aber die HET Ihren Sexualtrieb nicht wiederherstellt, könnte Ihnen Testosterongel oder -creme empfohlen werden. Dies kann den Sexualtrieb steigern, die Stimmung verbessern und die Energie erhöhen.


















