Jeder von uns kennt Halloween — Kinder (und auch Erwachsene) verkleiden sich und ziehen von Tür zu Tür um “Süßes, sonst gibt’s Saures” zu fordern. 

Der Brauch, Halloween zu feiern, ist in Deutschland jedoch noch relativ jung. In den 90ern wurde es nach und nach bekannt — die breiten Massen sind jedoch erst seit dem neuen Jahrtausend so richtig überzeugt. 

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit schaurig schönen Redewendungen und damit, wie wahrheitsgemäß sie eigentlich sind. 

Ich habe mich zu Tode erschreckt!
Mir gefriert das Blut in den Adern!
Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt!
Jemand dreht sich im Grabe um!
Es läuft mir eiskalt den Rücken herunter!

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Zu Tode erschrecken: Geht das überhaupt? 

Generell gesagt, ja. Doch keine Panik — bei gesunden Menschen ist dies so gut wie unmöglich. Nur bei Menschen, die ein gesundheitliches Problem, wie beispielsweise eine Herzkrankheit haben, besteht tatsächlich ein erhöhtes Risiko, wenn sie erschreckt werden. 

Was passiert im Körper, wenn wir uns erschrecken? 

Werden wir erschreckt, so steigt der Blutdruck und mit ihm das Stresshormon Adrenalin an. Bestehen Vorerkrankungen, welche die Blutgefäße bereits beschädigt haben, so können diese einreißen. Wenn sich über so einen Riss ein Blutgerinnsel legt, können die Herzkranzgefäße verschlossen werden und es kann so zu einem Herzinfarkt kommen. 

Bestehen bei Ihnen jedoch keine internistischen Vorerkrankungen, so können Sie ganz unbesorgt Halloween feiern und Horrorfilme schauen! Ein Schreck macht uns manchmal zwar verrückt, Lebensgefahr besteht hier jedoch nicht. 

Da gefriert einem das Blut in den Adern — oder etwa nicht? 

Jeder von uns hat diese Redewendung schon einmal gehört — “mir gefriert das Blut in den Adern”. Doch woher kommt sie und wie viel Wahrheit beinhaltet sie tatsächlich?

Menschen mit einer Angststörung (Panikstörung oder Ängsten wie Sozialphobie) neigen laut einer Studie der Universität Bonn zu einer erhöhten Blutgerinnung, was auch ein erhöhtes Thromboserisiko mit sich bringt. Die Studienleiterin Franziska Geiser erklärte jedoch, dass dies nicht heißt, dass Angstpatienten sich nun vor einem Herzinfarkt fürchten müssen — die Gerinnungswerte in der Studie waren nämlich alle im physiologischen Bereich, d.h. ohne akute Gefahr. Eine Gefahr bestünde erst, wenn weitere Risikofaktoren, wie beispielsweise Übergewicht/ Adipositas oder Rauchen hinzukommen. 

Hier wollte uns wohl jemand auf’s Glatteis führen — diese Redewendung ist an den Spinnweben, äh.. Haaren herbeigezogen. 

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt!

Doch wieso eigentlich? Und was macht Nachbars Wauzi überhaupt in der Pfanne?

Über den Ursprung dieser Redewendung sind sich die Wissenschaftler nicht ganz einig. Es wird jedoch vermutet, dass sie auf eine Geschichte von Till Eulenspiegel zurückzuführen ist. Demnach sollte Till für einen Brauer Hopfen sieden, spielte dem Brauer jedoch einen Streich und warf anstelle des Hopfens, “Hopf”, den Hund des Brauers in den Braukessel. 

Wir hoffen doch sehr, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, denn der Brauer würde sich doch sicher im Grabe umdrehen, wenn dies so wäre. 

Und damit sind wir schon bei der nächsten Redewendung:

Der würde sich im Grabe umdrehen! 

In seinem Werk Wallenstein schrieb Friedrich Schiller im 18. Jahrhundert “Der edle Wein! Wenn meine alte Herrschaft, die Frau Mama, das wilde Leben säh, in ihrem Grabe kehrte sie sich um!”. Es wird jedoch angenommen, dass diese Redewendung sogar etwas älter ist als ihr erster literarischer Nachweis. Basieren soll sie wohl auf vergeblichen Befreiungsversuche von beerdigten Scheintoten, welche in ihrem Grab in bizarren Positionen gefunden wurden. 

Bei dieser Redewendung läuft es uns tatsächlich eiskalt den Rücken herunter! 

Es läuft mir eiskalt den Rücken herunter!

Wenn uns ein kalter Schauer über den Rücken läuft, so wurden wir wahrscheinlich erschreckt oder wir haben Angst. Diese Redewendung kann jedoch auch im Zusammenhang mit positiven Gefühlen wie beispielsweise Erfurcht oder Ergriffenheit verwendet werden. 

Grund zur Sorge gibt es jedoch keinen — diese Redewendung wird in den meisten Fällen eher metaphorisch verwendet. 

Wir hoffen, dieser schaurig-schöne Beitrag über deutsche Redensarten hat Ihnen gefallen! Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, schicken Sie uns doch gerne eine E-Mail an antonia@treated.com. Wir von Treated wünschen Ihnen

Happy Halloween!