Coronavirus: Rat für Asthmatiker/innen

Mit den kürzlichen Entwicklungen bezüglich des Coronaviruses (COVID-19) in Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Infektionen erhöht. Häufige Symptome der Erkrankung sind Husten, Fieber und Atembeschwerden, die problematisch für Menschen sein können, die an Asthma leiden. In Deutschland sind bis zu 10% der Kinder und Jugendlichen, und etwa 8% der Erwachsenen von der der chronischen Krankheit betroffen. Daher haben wir Dr. Daniel Atkinson, leitender Allgemeinmediziner bei de.treated.com, um Rat für Betroffene gefragt.

„Atemwegsinfektionen können bei Menschen, die unter Asthma leiden, Symptome wie Atemnot und Husten, oder sogar einen Asthmaanfall auslösen”, erklärt Dr. Atkinson.

Können Asthmasprays trotz einer Coronavirus-Infektion genutzt werden?

„Die tägliche Anwendung von einem Langzeit-Asthmaspray, auch Controller genannt, kann die Wahrscheinlichkeit eines Asthmaanfalls, der durch eine Atemwegsinfektion ausgelöst wird, verringern. Bei solch einer Infektion empfehlen Hausärzte/innen meist, den Controller häufiger anzuwenden, jedoch sollte solch eine Änderung vorher mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.”

„Es gibt verschiedene Arten von Asthmasprays - das Controller Spray ist oft braun, kann aber auch lila oder rosa in Farbe sein.”

„Asthmatiker/innen sollten ihr blaues Notfall-Asthmaspray jedoch stets zur Hand haben, falls sie anfangen zu keuchen, sich atemlos fühlen oder andere Asthma-Symptome entwickeln.”

Wie kann ich mein Asthma in Zeiten von COVID-19 am besten managen?

„Ein Asthma-Handlungsplan kann Ihnen dabei helfen, eine Übersicht über die verschriebenen Medikamenten zu schaffen, die Symptome und den Ablauf eines Asthmaanfalls besser zu kennen, sowie Maßnahmen bereit zu stellen, die bei einem Anfall helfen können.”

„Mit einem Handlungsplan können Sie die Symptome Ihres Asthmas besser managen und verringern somit Vorfälle, bei denen medizinische Hilfe nötig ist.”

„Solche Asthma-Handlungspläne können kostenfrei im Internet heruntergeladen werden. Der Plan sollte immer mit dem zuständigen Arzt oder der zuständigen Ärztin besprochen werden.”

Mein Asthma verschlechtert sich und ich vermute, dass ich mit dem Coronavirus infiziert bin. Was soll ich tun?

„Vereinbaren Sie keinen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, wenn Ihr Asthma sich verschlechtert hat und eine Vermutung auf eine Coronavirus-Infektion besteht. Rufen Sie stattdessen den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 an.”

„Erklären Sie, dass Sie an Asthma leiden und Coronavirus-Symptome haben. Erläutern Sie, wie häufig Sie Ihr Asthmaspray verwenden und dass das Spray nicht die erwartete Wirkung hat. Folgen Sie den Anweisungen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.”

„Sollten Ihre Symptome plötzlich stärker werden, und Sie sind besorgt, dass Sie einen Asthmaanfall haben, dann rufen Sie die 112 an und erklären Sie, dass ein Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion vorliegt und Sie einen Asthmaanfall haben.”

Was kann ich tun, um das Risiko einer Coronavirus-Infektion zu mindern?

„Allgemein wird während dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie empfohlen, sich regelmäßig die Hände mit Seife und Wasser zu waschen, den Mund und die Nase beim Husten oder Niesen mit Papiertaschentüchern abzudecken, benutzte Taschentüchern sofort zu entsorgen, und Kontakt mit kranken Menschen zu vermeiden, um das Risiko einer Infektion zu vermindern.”

„Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, um sich gegen die Grippe impfen zu lassen, wenn Sie dies noch nicht getan haben. Die Grippe ist eine weitere Atemwegserkrankungen, die schwerwiegend für Asthmatiker/innen sein kann und Symptome verschlimmern kann.”

„Das Tragen von Mundschutz wird vom Gesundheitsministerium nicht empfohlen. Menschen mit Lungenerkrankungen haben sogar von Atembeschwerden beim Tragen von Mund- oder Atemschutz berichtet.”

Gibt es andere Erkrankungen, auf die ich als Asthmatiker/in besonders achten sollte?

„Personen, die unter Asthma leiden, sollten sich den möglichen Risiken von Erkältungen und grippalen Infekten bewusst sein, da diese Symptome das Asthma verschlimmern oder gar einen Asthmaanfall auslösen können, der in einigen Fällen sogar lebensbedrohlich sein kann.”

„Neben dem regelmäßigen Händewaschen, sollten Sie außerdem das Teilen von Handtüchern, Tassen und anderen Haushaltsgegenständen mit Menschen, die erkältet sind, vermeiden. Ausreichend Schlaf und die Minderung von Stress können auch helfen.”