Manche Menschen besitzen aufgrund der genetischen Veranlagung ein höheres Risiko an Allergien zu leiden, doch generell kann es jeden treffen. Es gibt keine absolut sichere Methode, das Entstehen von Allergien zu verhindern.

Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten mit denen  Allergiker akute Schübe ihrer Allergie vermeiden und dennoch aufgetretene akute Anfälle behandeln können.

Prävention

Allergien können über einen längeren Zeitraum scheinbar ruhen und keine akuten Symptome verursachen. Dies kann sich jedoch drastisch ändern, wenn die Allergie dann aus Versehen mit einem Trigger in Kontakt kommt.

Um heftige Ausbrüche der Allergie zu vermeiden, sollten Sie ihnen erst gar keine Chance geben. Dazu haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Zuhause

Indem Sie den Kontakt mit Allergenen so weit wie möglich vermeiden, können Sie in der Regel sehr gut mit Ihrer Allergie leben. Haben Sie die Trigger identifiziert, die bei Ihnen akute Schübe auslösen, sollten Sie diese so weit wie möglich aus Ihrem Heim verbannen.

Viele Menschen sind gegen mikroskopisch kleine Substanzen wie Pollen, Schimmelpilze und Hausstaubmilben allergisch. Es ist nicht immer einfach, das Haus von diesen Allergenen frei zu halten, doch Sie können zumindest ihre Anzahl reduzieren:

Hausstaubmilben

  • Wählen Sie Hartböden wie Parkett oder Laminat statt Teppichböden.

  • Wischen Sie die Oberflächen regelmäßig mit einem feuchten Tuch ab.

  • Saugen oder waschen Sie Polstermöbel, Zierkissen u.a. regelmäßig.

  • Lüften Sie regelmäßig.

Tierhaare

  • Halten Sie Ihre Haustiere vom Schlafzimmer fern.

  • Reinigen Sie Körbchen, Decken und anderes Tierzubehör regelmäßig.

  • Bitten Sie eine andere Person die Tierpflege zu übernehmen.

Schimmel

  • Lüften Sie nach dem Kochen in der Küche und nach dem Duschen im Badezimmer gründlich und verwenden Sie Dunstabzugshauben, Luftabzüge im Bad, etc.

  • Lüften Sie alle Zimmer regelmäßig.

  • Trocknen Sie Ihre Wäsche möglichst nicht im Wohnungsinneren.

  • Lassen Sie feuchte Stellen in der Wohnung professionell trockenlegen.

Pollen

  • Halten Sie Türen und Fenster während der Pollenflugsaison geschlossen.

  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien, da sich Pollen darin festsetzen können.

  • Duschen Sie, sobald Sie aus dem Freien nach Hause kommen und wechseln Sie die Kleidung.

Am Arbeitsplatz

Einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zufolge ist das Risiko einer allergischen Reaktion am Arbeitsplatz gegenüber den eigenen Wohnräumen stark erhöht. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Sie als Arbeitnehmer wenig Einfluss auf die Gestaltung der Büroräume haben oder den Kontakt mit Allergenen aufgrund Ihrer Tätigkeit nicht vermeiden können.

Sie können jedoch versuchen, das Risiko zumindest so weit wie möglich zu senken. Halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem direkten Vorgesetzten und prüfen Sie, ob eine der berufsgenossenschaftlichen Regelungen möglicherweise für Sie in Frage kommt.

Ermitteln Sie zunächst konkret auf welche Stoffe Sie allergisch reagieren. Bitten Sie Ihren Hausarzt oder einen spezialisierten Allergologen um die Durchführung eines Prick-Tests.

So können Sie das Allergierisiko am Arbeitsplatz senken:

  • Lüften Sie das Büro mehrmals täglich.

  • Halten Sie Ihren Schreibtisch so sauber wie möglich.

  • Vermeiden Sie Allergene von außen, indem Sie Mäntel und Jacken in einer Ecke möglichst weit von den Schreibtischen aufhängen.

  • Ersetzen Sie – sofern möglich – Teppichböden durch Hartböden oder einen speziellen allergikerfreundlichen Teppichboden.

Nahrungsmittel

Sind Sie gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch, sollten Sie stets darauf achten, welche Orte Sie aufsuchen und zusätzlich bestimmte Regeln zuhause befolgen:

  • Lesen Sie die Zutatenliste sorgfältig durch, ehe Sie Nahrungsmittel kaufen.

  • Kochen Sie so viele Mahlzeiten wie möglich selbst.

Am Arbeitsplatz sollten Menschen mit Nahrungsmittelallergien auch darauf achten, dass von Kollegen angebotene Speisen geeignet sind. Nehmen Sie Ihren EpiPen möglichst überall hin mit.

Treten Sie eine neue Arbeitsstelle an, informieren Sie Ihren direkten Vorgesetzten über Ihre Allergien.

Behandlung

Es gibt keine Heilung für Allergien, doch bestimmte Medikamente machen das Leben mit Allergien leichter. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Allergologen über die beste Behandlung für Ihre spezifischen Probleme. Möglicherweise wird die Behandlung im Laufe der Zeit mehrmals angepasst oder verändert, bis Sie die für Sie optimalen Mittel gefunden haben.

Allergien können u.a. mit folgenden Medikamenten behandelt werden:

Antihistaminika

Diese Medikamente sind in Form von Salben, Tabletten, Säften, Nasenspray und Augentropfen erhältlich.

Alle Varianten wirken indem sie die Aktivitäten des körpereigenen Botenstoffes Histamin blockieren. Dieser spielt bei allergischen Reaktionen eine große Rolle und ist oft der wichtigste Auslöser der Symptome. Histamin kann zu einer Verengung der Atemwege und zu erweiterten Gefäßen führen.

Manchmal erfolgt die Einnahme eines solchen Medikamentes schon vor dem Kontakt mit dem Allergen um die befürchtete allergische Reaktion so weit wie möglich zu minimieren. Ansonsten kann es nach dem Eintreten der Reaktion eingenommen werden um die Symptome zu lindern.

Antihistaminika werden vor allem für Patienten verschrieben, die an Heuschnupfen, allergischer Bindehautentzündung oder allergischen Hautproblemen leiden, sowie bei Allergien gegen Insektenstiche, Insektenbisse und Tierhaare.

Früher führte die Einnahme von Antihistaminika häufig zu Schläfrigkeit, doch in den letzten Jahren sind viele verbesserte neue Medikamente entwickelt worden, die nicht mehr müde machen.

Feuchtigkeitsspendende Cremes

Zur Behandlung von Ekzemen und extrem trockener Haut werden gerne hochwertige Pflegecremes und Lotionen eingesetzt.

Trockene Haut führt schnell zu Juckreiz, der wiederum dazu führt, dass Betroffene sich kratzen und die Haut verletzen. Dabei kann es zu Infektionen kommen, die die Behandlung erschweren.

Hochwertige Cremes spenden der Haut Feuchtigkeit, lindern Hautreizungen und bilden eine schützende Barriere über der Haut, so dass die Feuchtigkeit nicht verloren geht.

Manche Pflegecremes enthalten zusätzlich antibakterielle Substanzen um Infektionen zu verhindern oder ein entzündungshemmendes Kortikosteroid.

Probieren Sie einige Hautcremes aus, bis Sie die für Ihre Hautprobleme ideale Lösung gefunden haben. Manchmal sind fettigere Cremes  nicht so gut für das jeweilige Hautproblem geeignet, manchmal ist eine dickflüssige Creme nicht die beste Lösung.

Kortikosteroide

Kortikosteroide gehören zur Gruppe der Steroide und enthalten eine künstliche Version des im Körper vorkommenden natürlichen Hormons Cortisol, das von den Nebennieren produziert wird. Sie werden für verschiedene Allergien wie Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme verschrieben.

Die Medikamente reduzieren die entzündlichen Reaktionen des Körpers auf den Kontakt mit einem Allergen. Bei Asthma bedeutet dies zum Beispiel, dass sich die verengten Luftwege wieder erweitern und das Atmen leichter fällt.

Sie können in unterschiedlichen Darreichungsformen verordnet werden, u.a. als Injektionen, Inhalationsgeräten, Tabletten, Nasensprays, Salben, Lotionen und Gels.

Adrenalin Injektoren

Diese Medikamente werden für den Notfall bei extremen allergischen Reaktionen wie der Anaphylaxie eingesetzt.

Ein anaphylaktischer Schock kann lebensbedrohend sein. Dabei wird so viel Histamin freigesetzt dass sich die Atemwege so sehr verengen, dass das Atmen kaum noch möglich ist. Es kann sogar zur Bewusstlosigkeit kommen.

Der aktive Wirkstoff in Injektoren wie dem EpiPen ist Epinephrin, besser unter den Namen Adrenalin bekannt Direkt injiziert sorgt es für eine Verengung der Gefäße, so dass Schwellungen zurückgehen und die Atmung wieder erleichtert wird. Injektoren wie der EpiPen wurden speziell zur schnellen unkomplizierten Anwendung entwickelt.

Allergiker sollten einen EpiPen jederzeit mit sich führen um im Fall einer allergischen Reaktion ein Gegenmittel zur Hand zu haben.

Hyposensibilisierung (Immuntherapie)

Bei dieser Behandlung wird dem Immunsystem beigebracht, dass das Allergen keine Bedrohung darstellt. Eine Hyposensibilisierung kommt derzeit einer Heilung von der betreffenden Allergie am nächsten.

Dabei wird dem Patienten zunächst eine winzige Menge des Allergens in einer kontrollierten Umgebung (z.B. der Praxis des Allergologen) in Form einer Injektion oder unter der Zunge verabreicht.

Über einen längeren Zeitraum hinweg wird dem Körper eine steigende Menge des Allergens zugeführt, so dass er eine Toleranz entwickelt.

Die Immuntherapie ist nicht für alle Allergien geeignet. Meist wird sie bei Heuschnupfen, Insektenstichallergien und Tierhaarallergien eingesetzt.

Selbst bei der Behandlung in einer kontrollierten Umgebung birgt die Hyposensibilisierung auch immer ein gewisses Restrisiko. Sie erfordert Zeit, Mühe und Geld und es besteht keine Garantie auf einen Erfolg.

Naturheilmittel

Es ist nicht leicht mit einer chronischen Krankheit wie einer Allergie zu leben, vor allem wenn eine tägliche Medikamenteneinnahme bis zum Lebensende erforderlich ist. Manche Menschen suchen ihr Heil in alternativen Behandlungsmethoden.

Bitten denken Sie stets daran, zunächst mit Ihrem Arzt Rücksprache zu halten wenn Sie über alternative Behandlungsmethoden oder die Einnahme pflanzlicher Medikamente nachdenken.

Apfelessig wird seit langem eine gesundheitlich positive Wirkung zugesprochen, doch bislang gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für seinen Nutzen bei Allergien.

Seit längerem wird das Potenzial von Probiotika wissenschaftlich untersucht. Die Zusammenhänge zwischen einer gesunden Darmflora und dem Immunsystem sind noch nicht vollständig erforscht, doch viele Menschen sind überzeugt, dass probiotische Getränke und Speisen Ihnen hilft, besser mit ihrer Allergie zurechtzukommen.

Manche Menschen glauben, dass die Einnahme eines täglichen Löffels Honig aus regionaler Herstellung gegen Heuschnupfen hilft. Der Gedanke dahinter ist die Tatsache, dass Honig geringe Mengen des Blütenstaubs enthält und der Honig somit wie eine Hyposensibilisierung funktioniert. Eine Studie der University of Connecticut in den USA, bei der Probanden mit Heuschnupfen Honig verabreicht bekamen. stellte jedoch keine Verbesserung der allergischen Symptome fest.