Startseite | Blog | Adipositas | Wie beeinflussen Abnehmspritzen die Periode?
Abnehmspritzen sind effektive Behandlungen, die Sie wöchentlich injizieren (z. B. Wegovy und Mounjaro) oder täglich (z. B. Saxenda). In klinischen Studien haben sie sich darin erwiesen, Menschen dabei zu helfen, nach 72 Wochen (nach Anwendung der 15mg-Dosis von Mounjaro) durchschnittlich bis zu 20,9 % Gewicht zu verlieren.
Abnehmspritzen können Ihre Hormone beeinflussen und wie Ihr Gehirn Ihren Zyklus beeinflusst, aber den größten Einfluss auf Ihre Periode hat der Gewichtsverlust selbst. Es hängt vom Individuum ab, aber Ihre Perioden könnten unregelmäßiger werden, häufiger oder seltener, leichter oder stärker als sonst.

Ihr Menstruationszyklus wird durch komplexe Interaktionen zwischen Ihrem Gehirn und Ihren Eierstöcken beeinflusst (Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse genannt). Übergewicht und Adipositas können Ihre Hormonwerte beeinflussen, was zu aussetzenden Perioden führen kann, oder in manchen Fällen zu schweren menstrualen Blutungen.
Wenn Sie mit Adipositas oder Übergewicht zu kämpfen haben, kann erhöhtes Körperfett (besonders um Ihre Taille) Ihren Körper dazu bringen, zu viel Östrogen zu produzieren. Das kann die Ovulation einschränken und zu unregelmäßigen oder ausbleibenden Perioden führen.
Gleichzeitig können starke Blutungen mit Bauchfett (insbesondere einer Form namens viszerales Fett) zusammenhängen. Das kann in Ihrem Körper dazu führen, dass er mehr Hormone produziert, die bei Entzündungen tätig sind, z. B: Cytokine und Adipokine. Entzündungen können den Heilungsprozess des Uterus nach jeder Periode verlangsamen und die Blutmenge erhöhen, die Sie mit jeder Menstruation verlieren.
In vielen Fällen kann der Verlust von Extragewicht dabei helfen, dass Ihr Menstruationszyklus regelmäßiger wird.
Aber zu viel Gewicht zu verlieren, bis Sie zum Untergewicht neigen, ist auch nicht gut, und kann dazu führen, dass Ihre Periode vollständig aufhört. Das ist bei Athletinnen oder Frauen mit Essstörungen üblich. Für regelmäßige Perioden braucht Ihr Körper in der Regel ein Minimum von 22 % Körperfett.
GLP-1-Agonisten wie Wegovy und Mounjaro können zu signifikantem Gewichtsverlust führen. Eine Studie hat herausgefunden, dass bei Frauen mit Übergewicht oder Adipositas, die abnehmen, die Östrogen- und Testosteronwerte signifikant fallen. Dieser Abfall kann nicht nur Ihr Risiko von Brustkrebs senken, sondern auch Ihren normalen Menstruationszyklus wiederherstellen.
GLP-1-Agonisten können die Sensibilität auf Insulin verbessern und Androgenwerte senken, was helfen kann, Ihre Perioden zu regulieren. Das trifft besonders dann zu, wenn sie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) haben, bei dem Perioden häufig unregelmäßig, stärker sein können, aussetzen oder länger anhalten als üblich.
GLP-1-Agonisten können außerdem das komplexe System beeinflussen, das Ihren Menstruationszyklus und Ihre Fruchtbarkeit kontrolliert. Dieses nennt sich Hypothalamus-Hypophysen-Ovar(HHO)-Achse. Daher könnten sie auch einen direkten Einfluss auf die Hormone haben, die Ihr reproduktives System regulieren, als auch darauf, wie Ihre Eierstöcke funktionieren, und potenziell auf die Gebärmutterschleimhaut (die sich während Ihrer Periode löst). Das bedeutet, dass Ihre Periode unregelmäßiger, häufiger, leichter oder schwerer werden könnte als sonst.
Und zuletzt kann der Verlust von mindestens 10 % Ihres Körpergewichts Entzündungen reduzieren. Dieser Abfall von Entzündungen, der durch geringe Werte bestimmter Moleküle wie TNF-Alpha, IL-6 und Leptin aufgezeigt wird, kann helfen, schwere Perioden zu reduzieren.
Die Wirkungen von GLP-1-Agonisten auf Perioden sind also im Grunde positiv. Aber mehr als 10–15 % des Körpergewichts nach dem Gebrauch von GLP-1-Agonisten zu verlieren, kann auch eine signifikante Menge Stress auf Ihren Körper ausüben. Mit der Zeit kann das zu unregelmäßigen Perioden, aussetzenden Eisprüngen führen oder Ihre Periode vollständig anhalten (gewichtsverlustbedingte Amenorrhö). Das passiert, wenn Ihr Körper nicht ausreichend Energie bekommt, was Hormonsignale von Ihrem Gehirn stören kann, die Ihren Menstruationszyklus kontrollieren.
Es gibt viele Wege, wie sowohl Gewichtsverlust als auch der Gebrauch von Abnehmspritzen zu Veränderungen in Ihrem Menstruationszyklus führen können. Diese hängen davon ab, wie Ihr Körper auf Gewichtsverlust reagiert und unterscheidet sich individuell. Unten finden Sie eine Liste:
Mehr Forschungen sind nötig, um zu verstehen, warum diese auftreten und um die Faktoren zu identifizieren, die helfen einzuschätzen, was genau passiert.
Abnehmspritzen haben sich darin erwiesen, Fruchtbarkeit zu fördern, Insulinregulation zu verbessern und PCOS-Symptome zu kontrollieren.
Aktuell gibt es kein Heilmittel für PCOS, aber Gewichtsverlust kann bei den Symptomen helfen. Bei vielen Frauen mit PCOS und Adipositas kann der Gebrauch von GLP-1-Agonisten für mindestens 24 Wochen und der anschließende Gewichtsverlust helfen, regelmäßige Perioden wiederherzustellen.
Die Medikamente verbessern auch die Sensibilität auf Insulin, ein häufiges Problem bei PCOS. Etwa 50–80 % der Menschen mit PCOS haben eine Insulinresistenz, was bedeutet, dass ihre Zellen nicht gut auf Insulin reagieren. Das kann zu erhöhtem Blutzucker und sogar Typ-2-Diabetes führen. GLP-1-Agonisten helfen dabei.
Sie können auch helfen, Hormonwerte zu regulieren, insbesondere durch das Senken von Androgenwerten (männliche Hormone wie Testosteron), die bei Menschen mit PCOS häufig hoch sind.
Das Ausgleichen von Hormonwerten kann auch die Fruchtbarkeit steigern. Fast 40 % der Menschen mit PCOS haben Schwierigkeiten, natürlich schwanger zu werden, aber frühe Forschungen zeigen, dass GLP-1-Agonisten natürliche Schwangerschaftsraten erhöhen können, entweder allein oder in Kombination mit Metformin – effizienter als Metformin allein.
Wenn Ihnen Veränderungen an Ihrer Periode nach dem Gewichtsverlust auffallen, ist es wichtig, im Blick zu behalten, was mit Ihrem Körper passiert. Wenn Sie Bedenken haben, kontaktieren Sie Ihren Arzt. Veränderungen der Periode hängen nicht immer mit Gewichtsverlust oder GLP-1-Spritzen zusammen, sie könnten auch durch etwas anderes verursacht werden. Es lohnt sich immer, mit Ihrem Arzt zu sprechen, um zugrundeliegende Erkrankungen auszuschließen.
Wenn die Veränderungen Ihrer Periode Ihnen keine zu großen Sorgen bereiten und Sie es nicht als notwendig erachten, mit einem Arzt zu sprechen, sind hier ein paar Dinge, die Sie tun können, um sie zu kontrollieren:
Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. New England Journal of Medicine, 387(3).
Obesity and its impact on female reproductive health: unraveling the connections. Frontiers in Endocrinology, 14(1326546).
Body fat, menarche, fitness and fertility. Human Reproduction, 2(6), S. 521–533.
Reduced-calorie dietary weight loss, exercise, and sex hormones in postmenopausal women: randomized controlled trial. Journal of Clinical Oncology: Official Journal of the American Society of Clinical Oncology, 30(19), S. 2314–2326.
Effects of GLP1RAs on pregnancy rate and menstrual cyclicity in women with polycystic ovary syndrome: a meta-analysis and systematic review. BMC Endocrine Disorders, 23(1).
The hidden impact of GLP‐1 receptor agonists on endometrial receptivity and implantation. Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica, 104(2), S. 258–266.
Obesity and inflammation: the effects of weight loss. Nutrition research reviews, 21(2), pp.117–33.
The effects of weight loss-related amenorrhea on women’s health and the therapeutic approaches: a narrative review. Annals of Translational Medicine, 11(2), S. 132–132.
Do GLP-1 Analogs Have a Place in the Treatment of PCOS? New Insights and Promising Therapies. ProQuest, 12(18), S. 5915.
The efficacy and safety of GLP-1 agonists in PCOS women living with obesity in promoting weight loss and hormonal regulation: A meta-analysis of randomized controlled trials. Journal of diabetes and its complications, 38(10), S. 108834.
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