Was verursacht atopische Dermatitis?
Atopische Dermatitis ist eine chronische, komplexe Hauterkrankung, die von genetischen, Umwelt- und immunologischen Faktoren verursacht werden kann.
Genetische Faktoren
Mutationen von Genen, die wichtig für Ihre Haut sind, kommen bei Dermatitispatienten häufig vor. Eine der Mutationen, die bei 30 % der Dermatitispatienten gefunden wurde, liegt im FLG-Gen, welches das Protein Filaggrin herstellt. Filaggrin ist Bestandtteil der äußersten Hautschicht namens Stratum corneum. Es nimmt viele Rollen in Ihrer Haut ein, z. B. Wasserretention, um Ihre Haut feucht zu halten, sie zu reparieren und die Integrität Ihrer Hautbarriere zu erhalten. Wenn eine Mutation dieses Gens vorkommt, wird die Produktion von Filaggrin reduziert, was in Filaggrinmangel in der Haut resultiert. [1] Das macht Ihre Haut trocken und anfällig für Infektionen.
Dermatitis kann auch von Ihren Eltern vererbt werden. Forschungen weisen drauf hin, dass wenn ein Elternteil Dermatitis hat, die Nachkommen es zu 50 % weitergegeben bekommen, und wenn beide Elternteile Dermatitis haben, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 80 %. [2]
Umweltfaktoren
Umweltfaktoren können Ihre Dermatitis beeinflussen, zum Beispiel erhöhte Pollenwerte können dazu führen, dass Ihr Immunsystem überreagiert und eine Entzündung verursacht. Außerdem können unterschiedliche Wetterbedingungen Ausbrüche verursachen. Bei einigen Menschen können kalte, trockene Bedingungen die Feuchtigkeit aus der Haut ziehen, wodurch sie trocken wird und juckt. Ein feuchtes Klima dagegen kann Ihre Symptome verbessern. Einige Nahrungsmittel können Dermatitis verschlechtern. Eier, Kuhmilch und Erdnüsse sind zum Beispiel häufige hypersensible Stoffe bei Dermatitispatienten. Selbst wenn Sie also nicht allergisch sind, könnte es von Vorteil sein, diese zu vermeiden, wenn Sie Symptome bekommen. Die Dermatitistrigger sind bei jedem anders, daher lohnt es sich, Ihre Dermatitisausbrüche zu notieren, damit Sie erkennen, was Ihre Auslöser sind.
Immunologische Faktoren
Wenn Sie Dermatitis haben, tendieren Sie zu einem überaktiven Immunsystem. Wenn Ihre Haut mit einer Substanz wie Pollen oder Duftstoffen in Kontakt tritt, kann Ihr Immunsystem sie als schädlich einstufen und eine Immunreaktion auslösen. Folglich produziert Ihr Körper Zellen, die Entzündungen auslösen, um die „schädliche“ Substanz loszuwerden. Auch wenn es sich nicht als autoimmune Erkrankung „qualifiziert“, spielt Ihr Immunsystem bei Dermatitis eine wichtige Rolle.
Was sind die Symptome atopischer Dermatitis?
Symptome atopischer Dermatitis hängen vom Schweregrad ab. Im Allgemeinen gehören zu häufigen Symptomen trockene, juckende und wunde Haut. Wenn sie sich verschlechtert, kann diese rot sein (oder lila/grau auf dunklerer Haut), entzündet und schmerzhaft bei Berührung. Die Stellen können sich auf andere Teile des Körpers ausbreiten, wo Sie keine Dermatitis haben.
In manchen Fällen können Symptome von Dermatitis mit Psoriasis-Symptomen verwechselt werden. Beide Erkrankungen haben ähnliche Symptome wie Rötungen und Juckreiz, aber im Gegensatz zu Dermatitis sind Psoriasis-Stellen definierter, mit krustiger und schuppiger Haut.
Kann atopische Dermatitis zu weiteren Problemen führen?
Atopische Dermatitis kann zu weiteren Problemen führen, wenn sie nicht richtig behandelt wird. Die häufigste Infektion, die 90 % der Dermatitispatienten bekommen, wird von Bakterien namens Staphylococcus aureus verursacht [3](Staphylokokken-Infektion). Sie kommt vor, wenn Ihre Haute aufbricht, wodurch Bakterien einfacher eindringen. Dadurch entstehen Bläschen auf Ihrer Haut, die sich mit Eiter füllen, und wenn das nicht mit Antibiotika behandelt wird, kann es sich verschlimmern. Um Infektionen zu vermeiden, kratzen Sie Ihre Haut nicht. Tragen Sie stattdessen etwas Kühlendes auf oder eine Creme gegen Juckreiz.
Eine andere Infektion nennt sich Ekzema herpeticatum (EH), eine Virusinfektion, die durch Herpes-simplex-Viren verursacht wird. Auch wenn sie nicht so häufig vorkommt wie die Staphylokokkus-Infektionen, ist sie gefährlicher und kann lebensgefährlich sein. Wenn die Haut infiziert ist, entstehen kleine rote Bläschen auf Ihrer Haut, die bei Berührung schmerzen. Sie könnten auch Fieber bekommen. Wenn Sie denken, dass Sie mit EH infiziert wurden, ist es wichtig, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen.
Asthma und Nahrungsmittelallergien kommen bei Dermatitispatienten häufiger vor. Etwa 50 % der Kinder mit Dermatitis entwickeln Asthma und 33 % bekommen eine Nahrungsmittelallergie.[4] Dies ist als allergischer Marsch oder atopischer Marsch bekannt. Er wird von vielen Faktoren verursacht, einschließlich genetischer und Umweltfaktoren. Es gibt Möglichkeiten, diese Risiken zu senken, zum Beispiel Stillen für einen frühen Schutz und häufige Anwendung von Emollienzien (Feuchtigkeitscreme).[5]
Psychische Probleme kommen bei Dermatitis häufig vor, besonders in schweren Fällen. Es ist niemals leicht, sich mit einer chronischen Erkrankung auseinanderzusetzen und wiederholte Ausschläge können den Alltag beeinflussen. Stress kann Ihre Dermatitis außerdem verschlimmern, was wiederum Ihre mentale Gesundheit beeinträchtigen kann. Wenn Sie Schwierigkeiten mit Ihrer psychischen Gesundheit haben, kann es helfen, einen Arzt aufzusuchen oder mit nahestehenden Menschen zu sprechen.