Gibt es bestimmte sexuelle Praktiken, bei deren Ausübung Sie leichter eine Geschlechtskrankheit bekommen können?

Kurz gesagt: ja.

Viele Dinge können hierbei eine Rolle spielen; von der Ausführung des Geschlechtsverkehrs an sich bis hin zur persönlichen Intim-Hygiene.

In diesem Artikel befassen wir uns mit bestimmten Faktoren, welche das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) zu infizieren, vergrößern und was Sie tun können, um den Geschlechtsverkehr sicherer zu machen.

Oraler Verkehr

Viele Leute gehen davon aus, dass Oralsex nicht sehr risikobehaftet ist, wenn es darum geht, sich mit STIs zu infizieren.

Obwohl es zwar statistisch gesehen ein kleineres Risiko birgt als analer oder vaginaler Verkehr, so ist es dennoch nicht risikofrei.

Wenn der orale Verkehr ohne ausreichenden Schutz wie beispielsweise ein Kondom oder ein Latexschutztuch (auch Lecktuch) durchgeführt wird, können auch hier eine Reihe von STIs übertragen werden. Die am meisten oral übertragenen Geschlechtskrankheiten sind beispielsweise Gonorrhö, Chlamydien und Syphilis.

Kleine Geschwüre, Verletzungen oder Risse im Mund können ebenfalls das Risiko einer Übertragung von Krankheiten, die durch das Blut übertragen werden, erhöhen. Hierzu zählen beispielsweise Hepatitis und HIV.

Wenn Sie den Humanen Papilloma Virus (HPV) in sich tragen und aktive Herpesbläschen am oder im Mund haben, ist es möglich, dass SIe die Infektion auf die Genitalien Ihres Partners durch Oralsex übertragen.

Nutzung von Kondomen kann das Risiko der Übertragung zwar reduzieren, jedoch nicht vollständig ausschalten, da die Infektion durch Hautkontakt übertragen wird und die infizierte Stelle vielleicht nicht immer komplett verdeckt ist.

Analer Verkehr

Ungeschützter analer Geschlechtsverkehr birgt ein besonders großes Risiko der Übertragung von STIs.

Da die Schleimhaut im After sehr dünn ist und leicht durchstochen werden kann, erlaubt dies bestimmten Körperflüssigkeiten direkt in den Blutkreislauf vorzudringen.

Zu den Infektionen, die auf diese Arzt übertragen werden können, zählen Chlamydien, Gonorrhö, Hepatitis B, HIV, Syphilis, Genitalherpes und Genitalwarzen.

Vaginaler Verkehr

Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) können zu jedem Zeitpunkt während des vaginalen Geschlechtsverkehrs übertragen werden.

Der Austausch von Samen und vaginalem Ausfluss ist wie ein Verbindungskanal für Geschlechtskrankheiten.

Es ist hier wichtig anzumerken, dass die Ausflüsse von Vagina und Penis bei ungeschütztem vaginalen Verkehr zu jedem Zeitpunkt Infektionen übertragen können - nicht nur während der Ejakulation.

Viele glauben, dass sie, wenn Sie den Penis vor der Ejakulation aus der Vagina entfernen (Coitus Interruptus), sich vor Geschlechtskrankheiten schützen - sie setzen sich jedoch genau demselben Risiko aus.

Wenn Sie ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr praktizieren, setzen Sie sich der Infektion von Syphilis, Genitalherpes, Chlamydien, HIV und Genitalwarzen aus.

Es gibt einige Infektionen, bei denen selbst ein Risiko der Übertragung besteht, wenn ein Kondom o.ä. Verwendet wird. Hierzu zählen Genitalherpes und Genitalwarzen, welche durch Hautkontakt übertragen werden.

Wenn solch eine Infektion bei Ihnen ausgebrochen ist, sollten Sie Geschlechtsverkehr vermeiden bis die Infektion behandelt wurde und verschwunden ist.

Unzureichende Hygiene

Unzureichende Intimhygiene kann ebenfalls das Risiko, sich mit STIs anzustecken, erhöhen.

In der Vagina sind eine Vielzahl von Bakterien zu Hause, welche sie schützen und dabei helfen, ein gesundes Umfeld zu schaffen. Dieses Gleichgewicht kann jedoch leicht durcheinander gebracht werden.

Bakterielle Vaginose (BV) kann auftreten, wenn das natürliche Gleichgewicht der Vagina durcheinander und dadurch weniger säurehaltig ist; dadurch ist es anfälliger für Infektionen.

Frauen produzieren durchsichtigen oder weißen Ausfluss im Verlauf ihres menstruellen Zyklus, welcher dafür sorgt, dass die Vagina feucht und sauber bleibt. Sollte dieser Ausfluss jedoch einen seltsamen Geruch entwickeln oder die Farbe wechseln, so kann dies auf eine Infektion hindeuten und es bedarf gegebenenfalls medizinische Behandlung.  

Bakterielle Vaginose ist solch eine Infektion und kann unter anderem durch vainale Spülungen oder die Benutzung von parfümierten Reinigungsprodukten hervorgerufen werden; diese sollten also vermieden werden.

Diejenigen, die an Bakteriereller Vaginose leiden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, sich mit anderen STIs wie beispielsweise Chlamydien zu infizieren, da die vorliegende Infektion die Fähigkeit des Körpers, andere Infektionen abzuwehren, verringert.

Herpes ist eine chronische Infektion, für die es keine Heilung gibt. Sobald man sich einmal infiziert hat, durchlaufen die Symptome verschiedene Phasen; von aktiven Symptomen über Dormanz. Die Symptome können durch ungenügende Hygiene verschlimmert werden.

Die Infektion wird durch Hautkontakt übertragen. Bleibt sie also unbehandelt, so kann sie leicht auf andere übertragen werden.

Multiple Sexualpartner

Bei denjenigen, die oft wechselnde Sexualpartner oder mehrere Sexualpartner zur gleichen Zeit haben, ist das Risiko, sich mit einer STI zu infizieren höher als bei denjenigen, die in einer monogamen Beziehung leben.

Wenn Sie an einem Dreier teilnehmen und nicht verhüten, so sind die Chancen, dass Sie in Kontakt mit einer Geschlechtskrankheit kommen und sich anstecken doppelt so hoch.

Sexspielzeuge

Sexspielzeug kann ebenfalls Infektionen übertragen. Hepatitis kann beispielsweise auch außerhalb des Körpers einige Wochen lang überleben. Aus diesem Grund sollten Sexspielzeuge regelmäíg gereinigt werden. Wenn Sie ein Sexspielzeug mit einer oder mehreren Personen teilen, sollten Sie vor dem Wechsel gereinigt oder mit einem frischen Kondom versehen werden.

Safer Sex

Das Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten zu infizieren, kann durch Safer Sex reduziert werden. Kondome, Femidome oder Latexschutztücher (auch Lecktücher genannt) sollten bei sexuellem Kontakt stets verwendet werden.

Regelmäßige STI Tests können Ihnen helfen, infektionen festzustellen und diese korrekt zu behandeln. Auch ein Gespräch mit Ihrem/ Ihrer Sexualpartner/in um sicherzustellen, dass diese/r sich auf STIs hat testen lassen, hilft, das Risiko zu reduzieren.