Sexuell übertragbare Krankheiten können durch verschiedene sexuelle Praktiken von einer Person an die nächste Person weitergegeben werden.

Um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden, sollten Sie bei jeder sexuellen Begegnung auf Schutz durch Safer Sex-Methoden achten.

In diesem Beitrag werden wir die effektivsten Methoden besprechen, mit denen sich die Ausbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten verhindern lässt.  

Sex ohne Penetration

Abstinenz ist natürlich der allerbeste Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Auch Selbstbefriedigung, gegenseitige Selbstbefriedigung, Petting und Küssen sind mit einem weit geringeren Infektionsrisiko behaftet als der Geschlechtsverkehr mit Penetration. Körperflüssigkeiten von Vagina und Penis sollten nicht mit dem Mund, Anus, Penis oder der Vagina in Kontakt kommen.

Lediglich Herpes kann durch Küsse übertragen werden, wenn das Herpesvirus am Mund vorhanden ist (Lippenherpes). In manchen Fällen ist Herpes in Form der typischen Lippenbläschen deutlich sichtbar, doch in anderen Fällen ist es weniger deutlich zu erkennen. Lippenherpes wird vom HSV-1-Typ des Virus verursacht, während Genitalherpes von Typ HSV-2 verursacht wird. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Durch Oralverkehr kann das Herpes Simplex-Virus (HSV) vom Mund auf die Genitalien oder umgekehrt übertragen werden. Lesen Sie unten mehr zu sicherem Oralverkehr.

Schutz

Vaginaler Sex kann durch eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen zu einem sicheren Genuss werden. Frauen können beispielsweise das Kondom für die Frau (Femidom) einsetzen, das bei korrekter Anwendung zu 95% Schutz vor STDs und Schwangerschaft bietet. Vor dem Geschlechtsverkehr wird der weiche innere Ring des Femidom mit den Fingern in die Vagina eingeführt, so dass die Latexhülle eine Schutzhülle bildet.

Das Kondom für den Mann ist der am weitesten verbreitete Schutz vor unerwünschten Schwangerschaften und der Übertragung von STDs wie Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis und Genitalherpes. Das Kondom wird über die Spitze des Penis gezogen und nach unten abgerollt, sodass keine Luftpolster entstehen.

Neben den herkömmlichen Latex-Kondomen gibt für Menschen mit Latexallergie auch Kondome aus anderen Materialien wie Polyurethan, die sich jedoch einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge als weniger zuverlässig herausstellten.

Beim Entfernen des Kondoms (auch des weiblichen Femidoms) ist darauf zu achten, dass keine Samenflüssigkeit entläuft. Kondome sollten sofort entsorgt werden. Auf keinen Fall sollten sie wiederverwendet werden, da sie der zweifachen Belastung oft nicht standhalten und bei einer Beschädigung keinen Schutz mehr vor Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten bieten.

Es ist sinnvoll, den Umgang mit dem jeweiligen Kondom vor dem Geschlechtsverkehr ein wenig zu üben. Weiterhin ist zu beachten, dass das Übertragungsrisiko während des gesamten Geschlechtsverkehrs besteht und nicht nur während des Samenergusses.

Als Oralverkehr werden alle sexuellen Praktiken bezeichnet, bei denen der Mund oder die Zunge in Kontakt mit den Genitalien oder dem Anus kommen.  

Um eine Übertragung von STDs beim Oralverkehr zu verhindern, sollte auch hier auf ausreichenden Schutz geachtet werden. Dazu gehören das Kondom für den männlichen Penis oder ein Lecktuch um den Anus beider Geschlechter und die weiblichen Genitalen zu bedecken.

Als Analsex werden Sexualpraktiken bezeichnet, bei denen der Anus mit dem Penis, mit Fingern oder mit Sexspielzeug penetriert wird. Bei diesen Praktiken ist das Risiko einer Infektion mit sexuell übertragbaren Krankheiten besonders hoch, da die Hautwände im Anus besonders dünn und somit einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Bei Analsex sollten Kondome verwendet werden um die Ansteckung mit STDs zu vermeiden.

Sextoys werden gerne zur Luststeigerung eingesetzt, doch auch sie können zu einer Ausbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten beitragen.

So kann das hochansteckende Hepatitis B-Virus an der Luft bis zu sieben Tage lang überleben. Sexspielzeug sollte grundsätzlich direkt nach der Anwendung sorgfältig desinfiziert werden, insbesondere wenn es von mehreren Menschen geteilt wurde. Wird ein Sextoy von einem Nutzer an den nächsten weitergerecht, sollte vorab ein neues Kondom übergezogen werden.

Regelmäßige STD-Tests  

Tragen Sie dazu bei, die weitere Ausbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verhindern, indem Sie sich regelmäßig testen lassen. So kann schon bald nach Feststellung einer Infektion mit der Behandlung begonnen werden.

Regelmäßige Tests sind besonders wichtig, wenn Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder wechselnde Partner. Sie können sich mit praktischen Selbsttests zuhause selbst testen, Ihren Hausarzt aufsuchen oder einen Facharzt für Geschlechtskrankheiten.

Impfungen

Leider gibt es keinen Impfschutz für die meisten weitverbreiteten Geschlechtskrankheiten. Für junge Frauen ist eine Impfung gegen Humane Papillom Viren (HPV) erhältlich und sehr empfehlenswert zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Diese Impfung wird von den Krankenkassen übernommen und sollte bei Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren erfolgen, spätestens bis zum 18. Lebensjahr. Für Risikogruppen kommen auch Schutzimpfungen gegen Hepatitis in Frage.

Denken Sie voraus

Wenn Sie wissen (oder hoffen), dass es bald zum Geschlechtsverkehr kommen wird, sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken über den besten Schutz machen. Möglicherweise sollten Sie Ihren potenziellen Partner auch danach fragen, ob er/sie sich in letzter Zeit auf STDs hat testen lassen.

Sexualpartner

Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern haben ein erhöhtes Risiko sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Wenn Sie monogam mit einem einzigen Partner zusammenleben, der bereits negativ getestet wurde, ist Ihr eigenes Infektionsrisiko natürlich weitaus geringer.

Safer Sex-Praktiken können viel dazu beitragen, die Ausbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten einzudämmen. Machen Sie sich mit den unterschiedlichen Methoden vertraut, sodass Sie viele unterschiedliche sexuelle Aktivitäten so sicher wie möglich genießen können.