Einige Experten gehen davon aus, dass es durchaus möglich ist, Impotenz zu entwickeln, wenn Mann zu viele und zu regelmäßig Pornofilme schaut.

Andere wiederum sehen jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen den beiden Vorkommnissen.

In diesem Artikel befassen wir uns mit einigen Forschungen, die zu diesem Thema bereits durchgeführt wurden und geben Ihnen Ratschläge, die Sie befolgen können, wenn Sie annehmen, dass der Konsum von Pornografie negative Auswirkungen auf Ihr Sexleben hat.

Kann Impotenz durch das Schauen von Pornos hervorgerufen werden?

Erektile Dysfunktion, auch Impotenz genannt, kann eine Vielzahl von Gründen haben; physische wie auch psychologische. Impotenz zeichnet sich durch das Scheitern, eine Erektion zu bekommen und diese zum Zweck des Geschlechtsverkehrs aufrecht zu erhalten, aus.

Je nach Ursache der Erektilen Dysfunktion gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Männer, die an Impotenz leiden, finden es eventuell hilfreich, Veränderungen an Ihrem Lebensstil vorzunehmen, mit einer Art Seelsorge über ihre Probleme zu sprechen, oder verschreibungspflichtige Medikamente wie beispielsweise Viagra zu verwenden.

Wird der Impotenz keine weitere Beachtung geschenkt und bleibt sie unbehandelt, kann die zu Beziehungsproblemen oder gar Depressionen führen.

Wenn ein Mann regelmäßig pornographische Filme schaut und dazu masturbiert beziehungsweise onaniert, kann dies zu Impotenz (in diesem Fall auch als PIED – porn-induced erectile dysfunction – bezeichnet) führen.

Kann das Schauen von Pornos tatsächlich zu Impotenz führen?

Die Annahme, dass exzessiver Pornokonsum und Impotenz in Zusammenhang stehen, ist relativ neu. Sie wird jedoch in der Presse und in weiteren Medien stark diskutiert.

Einige Experten berufen sich hierbei auf Entwicklungen aus den letzten 10 bis 15 Jahren, in denen sowohl die Anzahl der Männer unter 40, die nach Behandlung ihrer erektilen Dysfunktion suchten, als auch die Zugänglichkeit von pornographischen Materialien im Internet angestiegen sind.

Ein in 2016 veröffentlichter Artikel aus Behavioural Sciences gab folgendes an:

Traditionelle Faktoren, die üblicherweise als Ursache genannt wurden, sind nun unzureichend, um den starken Anstieg von erektiler Dysfunktion, verzögerter Ejakulation, abnehmender sexueller Befriedigung und verminderter Libido bei Geschlechtsverkehr von Männern unter 40 zu erklären”.

In dem Artikel wird auf weitere Nachforschungen verwiesen, wie beispielsweise:

  1. Eine sematische Analyse von Beiträgen zu erektiler Dysfunktion in einem medizinischen Forum, in denen “porno” von allen Gliederungsbegriffen am häufigsten verwendet wurde.
  2. Eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass 16% der jungen Männer, die regelmäßig pornographisches Material nutzen, ein geringeres sexuelles Verlangen erfahren als diejenigen, die keine pornographischen Materialien nutzen – hier wares es nämlich 0%.
  3. Eine Studie, die sich mit Männern, die Ihre Sexsucht behandeln lassen wollen, befasst. Sie gab an, dass sich 71% der Männer, sehr oft Pornographie genutzt haben, über eine sexuelle Dysfunktion beschwert haben.

In 2011 führten italienische Experten eine Umfrage über die Nutzung von Pornographie bei jungen Männern durch und stellten daraufhin den Begriff „sexuelle Anorexie“ auf. Exzessiver Konsum von Pornographie beginnend ab einem relativ jungen Alter führt zu einer Trennung von sexuellem Verlangen und tatsächlichen Beziehungen im echten Leben; dies war jedoch durch den Verzicht auf das Schauen von Pornofilmen wieder rückgängig zu machen.

Eine in 2015 veröffentlichte Studie, die Sexual Medicine veröffentlicht wurde, gab jedoch an, dass der Zusammenhang zwischen Impotenz und Pornokonsum doch nicht so eindeutig ist. Laut dieser Studie führt das Schauen von Pornofilmen nicht zu Beeinträchtigungen des sexuellen Verlangens – ganz im Gegenteil, es kann sich sogar positiv darauf auswirken.

Wie wirken sich Pornos auf das Gehirn aus?

PIED (Impotenz durch das Schauen von Pornos) wird in dem Forum Your Brain on Porn beschrieben.

Hier heißt es, dass exzessiver Pornokonsum negative Auswirkungen auf die männliche psychische Konditionierung von Sex hat. Dies bedeutet, dass sie sexuelles Verlangen von Sex im echten Leben trennen, da dies nicht den Erwartungen entspricht, an die sie sich nun in ihrer Fantasie gewöhnt haben.

Außerdem wird die desensibilisierende Auswirkung von Pornographie auf das Gehirn beschrieben. Dopamin und Opioide, die von den Belohnungszentren im Gehirn getriggert werden, spielen eine Rolle bei den Nervenimpulsen, die zu Erektionen führen; die Desensibilisierung gegenüber sexuellen Reizen führt dazu, dass die Aktivität von Dopamin und Opioiden zurückgeht und es so schwerer macht, eine Erektion zu bekommen.

Wie kann man Impotenz durch Pornos vermeiden?

Experten raten generell dazu, erst einmal auf das Gucken von Pornos zu verzichten, um der Impotenz entgegen zu wirken. Dieser Prozess wird oft als „Neuverdrahtung” oder “Neustart” bezeichnet.

Dazu zählt nicht der Verzicht auf Masturbation, sondern nur der Verzicht auf pornographisches Material.

Studien, die sich mit der Heilungsdauer von PIED (porn-induced erectile dysfunction) beschäftigt haben, gaben an, dass dies von ein paar Wochen bis hin zu ein paar Monaten dauern kann – abhängig von der Person und der Menge an Pornos, die geschaut wurde.

Sollten Sie als Mann Ihr sexuelles Verlangen als problematisch ansehen und Schwierigkeiten dabei haben, eine Erektion zu bekommen und/ oder diese aufrecht zu erhalten, kann es ratsam sein, mit Ihrem Arzt oder einem Psychologen zu sprechen.