Zimmerpflanzen sind oft schön anzusehen und gestalten das Haus etwas wohnlicher. Doch ist es möglich, dass sie ebenfalls einen positiven Effekt auf unsere psychische Gesundheit haben?

Viele Studien geben an, dass es einen positiven Einfluss auf die mentale Gesundheit haben kann, wenn Sie sich in der Natur aufhalten. Es reduziert Stress, steigert die Produktivität und stimuliert zudem unsere Psyche.

Welche Auswirkungen Pflanzen im Haus haben, wurde jedoch bisher noch nicht so weitreichend untersucht. Die meisten Studien haben sich mit den psychologischen Auswirkungen von Zimmerpflanzen in Büros oder mit den psychologischen Auswirkungen von Interaktionen mit Pflanzen konzentriert.

Im Folgenden schauen wir uns die Ergebnisse einmal etwas genauer an.

DE_Zimmerpflanzen_Auswirkungen

Im Jahr 2009 durchgeführte Recherchen von bereits vorhandenen Studien, welche im Journal of Environmental Psychology erschienen sind, haben die folgenden Punkte hervorgehoben:

  • Die Reaktionszeit von Studenten in einem Labor mit Pflanzen war um 12% geringer als die Reaktionszeit von Studenten in einem Labor ohne Pflanzen. Es lag eine systolische Veränderung des Blutdrucks vor, welche mit geringerer Stressreaktivität, schnellerer Erholung von Stress sowie höherer Aufmerksamkeit einherging.
  • Bei einer Gruppe von Mitarbeitern der radiologischen Abteilung eines Krankenhauses führte das Aufstellen von 23 Topfpflanzen zu einer 25-prozentigen Reduktion der gesundheitlichen Beschwerden.
  • Bei Frauen in einem simulierten Krankenhaus-Wartezimmer hat die Anwesenheit von 10 Pflanzen zu einer deutlich höheren Schmerztoleranz geführt als bei der Kontrollgruppe in dem selben Wartezimmer mit 0 Pflanzen.
  • Die große Mehrzahl von 222 Master-und Bachelorstudenten sowie von 28 Professoren an einer Universität gaben an, dass sich 30 Tage nach Einführung von Topfpflanzen die Luftqualität verbessert hat.

Die Forscher hatten jedoch einige Bedenken gegenüber der Gültigkeit dieser Ergebnisse. Sie sagen, dass es schwer sei, eindeutige Schlüsse zu ziehen, da man nicht genau festlegen könne, was es bedeutet, Pflanzen ausgesetzt zu sein. Der Zeitanteil, in dem die Personen die Pflanze aktiv bemerken oder sich mit ihr aktiv befassen, sei schwer zu messen.

Auswirkungen auf den Herzrhythmus

Eine etwas aktuellere Studie der Chungnam National University in Südkorea hat die kardiovaskulären Veränderungen gemessen, die eintreten, wenn sich Männer in einem Büro aktiv mit Pflanzen befassen.

Die Untersuchung der Herzfrequenz der Teilnehmer deutet auf die Entspannung der Muskeln und des Gehirn hin. Dies wiederum weist einen positiven psychologischen Effekt auf.

Die Auswirkung von Pflanzen unsere Konzentration

Forscher der Toyohashi University of Technology in Japan haben die Auswirkungen von Zimmerpflanzen auf die Aufmerksamkeitsspanne und auf Meditation in verschiedenen Temperaturen gemessen. Zudem wurde untersucht, welche Auswirkungen die Pflanzen auf bestimmte Mathe-, Logik- und Schreib-Aufgaben haben.

Festgestellt wurde, dass die optimale Temperatur in welcher die Pflanzen positive Auswirkungen auf die Konzentration haben, bei 22 bis 25 Grad Celsius liegt. In dieser Temperaturspanne sind die Auswirkungen so groß, dass sich die höhere Konzentration tatsächlich auf die Arbeitsleistung auswirkt.

Zusammengefasst können wir also schon einmal festhalten, dass Pflanzen einen beruhigenden Effekt im Büro haben können - dass jedoch nicht genau festgelegt werden kann, ob dies genauso effektiv ist, wenn man sich nicht aktiv mit den Pflanzen befasst.

Verbesserung der Luftqualität durch Pflanzen

Neben den möglichen positiven physiologischen und psychologischen Auswirkungen können Pflanzen außerdem die Luftqualität verbessern.

Wenn man sich viel in Gebäuden aufhält, kann dies zu Kopfschmerzen, Übelkeit, schmerzenden oder trockenen Augen oder zu Konzentrationsstörungen führen. Dies wird durch Klimaanlagen oftmals verschlimmert.

Einige Haushaltsgegenstände wie Möbel, Reinigungsmittel oder sogar Wandfarbe können flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds, kurz VOC) abgeben.

Einige Pflanzen können dem jedoch entgegenwirken - die RHS (Royal Horticultural Society), eine Wohltätigkeitsorganisation aus Großbritannien, befindet die folgenden Pflanzen für am besten geeignet, VOCs aus der Luft zu entfernen:

  1. Dracaena marginata (Gerandete Drachenbaum)
  2. Ficus elastica (Gummibaum)
  3. Hedera helix (Gewöhnlicher Efeu)
  4. Nephrolepis exaltata
  5. Sansevieria trifasciata (Bogenhanf)

Pflanzen kontrollieren zudem die Luftfeuchtigkeit. Dies ist sehr wichtig für unsere Gesundheit, da durch erhöhte oder zu geringe Luftfeuchtigkeit die Wahrscheinlichkeit, sich mit einer viralen Infektion anzustecken, erhöht ist.

Die bekannteste Funktion von Pflanzen ist wohl, dass sie Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben.

Bestimmte Pflanzen sind zudem auch für andere Zwecke zu gebrauchen; Eine Studie der Universität in Northumbria gab an, dass Rosmarin das Gedächtnis verbessern kann. Lavendel hat den Ruf, Insomnie zu heilen indem es den Herzrhythmus sowie den Blutdruck senkt (diese Studie wurde von der bereits erwähnten Chungnam National University durchgeführt).

Unser Fazit

Obwohl es derzeit noch keine eindeutigen Erkenntnisse gibt, dass es sich definitiv positiv auf Ihre mentale und physische Gesundheit auswirkt, wenn Sie allerhand Pflanzen zuhause haben, so deutet dennoch vieles darauf hin, dass es trotzdem recht ratsam ist - besonders wenn Sie oftmals zuhause arbeiten.

Ihre Fähigkeit, CO2 und VOCs aus der Luft zu eliminieren ist definitiv eine positive Eigenschaft welche die Luftqualität in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung verbessern kann.

Bevor Sie sich jedoch nun direkt in den nächsten Gartenmarkt begeben, sollten Sie einiges beachten - besonders wenn Sie Allergiker sind:

Erkundigen Sie sich nach dem Pollenflug wenn Sie an Heuschnupfen leiden. Pflanzen mit hohem Pollenflug könnten hier zu Beschwerden führen. Schaffen Sie sich am besten immer nur eine Pflanze auf einmal an, um feststellen zu können, ob Sie allergisch reagieren oder nicht. Sollten Sie weitere Fragen oder Bedenken zu Ihrer Allergie haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.