Für viele Deutsche gehören Osterhasen, Lammbraten, bemalte Ostereier, Süßigkeiten und eine Ostereiersuche im Freien zur jährlichen Osterzeit. Viele unserer beliebten Traditionen sind christlichen Ursprungs, jedoch lassen sich einige Bräuche auch auf heidnische Ursprünge zurückführen - so stammen gefärbte Eier aus der vorchristlichen Zeit, in der Sie ein Symbol der Fruchtbarkeit waren.

Allerdings sehen Ostertraditionen in anderen Ländern nicht immer gleich aus. In diesem Beitrag haben wir uns einige der interessantesten Bräuche zum Osterfest angeschaut und uns damit beschäftigt, welche gesundheitlichen Vor- und Nachteile diese christlichen, heidnischen und modernen Aktivitäten haben.

Ostertraditionen in Finnland

Das skandinavische Land mischt religiöse Traditionen und Bräuche anderer Herkunft, um den lang erwarteten Beginn des Frühlings zu feiern. Eine der beliebtesten Traditionen für Familien sieht vor, dass Kinder sich als “Osterhexen” verkleiden, dabei tragen sie farbenfrohe, alte Kleidung und malen sich Sommersprossen in das Gesicht. Voll verkleidet wandern die kleinen Hexen von Tür zu Tür und bringen Weidenzweige mit sich, die mit Krepppapier und bunten Federn geschmückt sind. Die Zweige sollen als Segen böse Geister vertreiben, wofür die Hexen Süßigkeiten als einen Dank von den Bewohnern des Hauses erwarten. 

„Ein geselliger Umgang mit anderen und die Teilnahme an Aktivitäten im Freien wie z. B. dem Wandern können sich positiv auf unsere körperliche und geistige Gesundheit auswirken”, erklärt Dr. Atkinson.

„Angesichts der aktuellen Coronavirus-Pandemie sollten Sie nahen Kontakt mit anderen jedoch meiden und den Empfehlungen der lokalen Behörden folgen, um die Verbreitung des Viruses zu verhindern."

Ostertraditionen in Norwegen

Die Norwegen verbringen ihre Ostern oft zu Hause, wo sie sich Krimi-Serien und -Filme im Fernsehen anschauen, oder Bücher dieses schaurigen Genres lesen. Der Brauch ist so beliebt, dass Autoren “Oster-Thriller” (Paaskekrimmen genannt), und Produzenten Serien und Filme speziell zur Osterzeit herausbringen. Die Tradition führt auf das Jahr 1923 zurück, indem ein Buchverlag einen neuen Krimi auf der Titelseite einer norwegischen Zeitschrift anwarb. Die Werbung sah den echten Nachrichten so ähnlich, dass einige Leser/innen sie nicht unterscheiden konnten und für wahre Meldungen hielten. 

„Krimis können im Buch- und Filmformat sehr unterhaltsam sein. Die Anspannung und der Stress, den wir erleben, wenn wir in eine spannende Geschichte eintauchen, kann allerdings zu einem Anstieg des Cortisolspiegel im Körper führen.

Ein hoher Wert dieses Stresshormons kann zu Bluthochdruck, Reizbarkeit, Müdigkeit, Gewichtszunahme, einem gestörten Schlaf, und in einigen Fällen sogar zu einer niedrigen Libido und erektile Dysfunktion führen.

Darüber hinaus ist es für unsere physische und psychische Gesundheit nicht gut, das gesamte Osterwochenende sitzend im Haus zu verbringen, um Krimis zu lesen oder zu schauen. Nehmen Sie sich Zeit für einen Spaziergang im Freien oder einer anderen sportlichen Betätigung, solange Sie dabei den Anweisungen und Empfehlungen den örtlichen Behörden folgen, um die Ausbreitung des Coronaviruses zu vermeiden.”

Ostertraditionen in Polen und Ungarn

An Ostermontag wird es in diesen osteuropäischen Ländern nass. So greifen oft junge Männer zu Eimern und gar Wasserpistol, um andere mit Wasser zu bespritzen. Meist sind Mädchen und junge Frauen das Ziel dieser nassen Attacken. Es heißt, dass Frauen, die von dem Wasser erwischt werden, innerhalb eines Jahres heiraten werden. Außerdem soll das Wasser eine heilende und säubernde Wirkung haben, und die Fruchtbarkeit der Frauen begünstigen.

„Die heilende und fruchtbarkeitsfördernde Wirkungen dieser Tradition sind zwar nur ein Mythos, doch kann sich Kontakt mit kaltem Wasser nachweislich positiv auf den Blutkreislauf auswirken”, erklärt Dr. Atkinson.

Achten Sie darauf, dass Sie sich nach diesem Brauch abtrocknen und nasse Kleidung gegen trockene austauschen, um eine Unterkühlung zu vermeiden.”

Ostertraditionen in Bessieres, Frankreich

Jedes Jahr zu Ostern versammeln sich Touristen und Bewohner von Bessieres auf dem Hauptplatz der Stadt, um einem kuriosen Brauch nachzugehen. Mit mehr als 15.000 Eiern bereiten sie ein riesiges Omelett vor, das im Anschluss an die vielen Zuschauer verteilt wird. Diese Tradition soll begonnen haben als Napoleon in der Gegend war und dort ein Omelette gegessen hatte, das ihm so gut gefiel, dass er den Bewohner der Stadt anordnete, ein Omelette für seine ganze Truppe zu kochen.

„Eier enthalten zwei verschiedene Arten von Cholesterin: LDL oder ‘schlechtes’ Cholesterin, und HDL, das sogenannte ‘gute’ Cholesterin. Studien haben gezeigt, dass ein mäßiger Eierkonsum zu einem Anstieg des guten Cholesterins führt, und meist keinem oder nur einem geringen Anstieg des schlechten Cholesterins. Essen Sie Eier also in Maßen.”

Ostertraditionen in Korfu, Griechenland

Am heiligen Samstag, dem Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag, sollten Sie nicht unachtsam unter Balkonen stehen: An diesem Tag finden das jährliche “Topfwerfen” auf der griechischen Insel Korfu statt. Die Inselbewohner werfen dabei Krüge, Töpfe und andere Behältnisse aus Ton von ihren Balkonen oder aus ihren Fenstern, um diese auf der Straße zu zerschmettern. Einige glauben, dass das Wegwerfen der Tontöpfe den Anfang des Frühlings einleiten soll und die kommende Ernte symbolisiert, die in den neuen Töpfen wachsen wird.

„Ein gesellschaftliches Zusammenkommen, um an solch einer Aktivität teilzunehmen, kann sich gut auf unsere körperliche und geistige Gesundheit auswirken. Sein Sie jedoch achtsam, um bei dem Werfen von Gegenständen Verletzungen zu vermeiden”, rät Dr. Atkinson.

Ostertraditionen in der Slowakei und Tschechien

In diese beiden osteuropäischen Länder greifen Männer und Jungen zu geschmückten Weidenzweigen und Wandern durch die Straßen, um Frauen zu finden, die sie mit ihren Zweigen leicht “peitschen” können. Das Peitschen soll nicht schmerzhaft sein - angeblich soll es die Gesundheit und Schönheit der Frauen fördern. 

„Natürlich kann ich keine Form von körperlicher Gewalt gutheißen, wiederum steht es mir auch nicht zu, mir fremde Traditionen zu kritisieren. Ich kann jedoch getrost sagen, dass es keine Beweise für die gesundheits- oder schönheitsfördernde Wirkungen von Peitschenschlägen mit Weidenzweigen gibt.”