Eine Reise in exotische Tropenländer ist ein unvergessliches Erlebnis, das leider auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann. Ein effektiver Schutz vor den im Zielland verbreiteten Krankheiten sollte daher stets zur Reisevorbereitung gehören. Weit verbreitet sind u.a. Typhus, Dengue-Fieber, Gelbfieber und natürlich Malaria, das Thema dieses Beitrages.

Den meisten Menschen sind Malaria-Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall, Übelkeit und Muskelschmerzen durchaus vertraut. Bekannt ist auch die Tatsache, dass eine Malaria-Erkrankung langfristige gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann und ohne Behandlung sogar tödlich verlaufen kann.

Wie Sie anderswo auf diesen Seiten lesen können, wird Malaria durch die Anopheles-Mücke übertragen. Mit ihrem Stich gelangt der Erreger (ein Parasit namens Plasmodium) in die Blutbahn. Es gibt fünf verschiedene Erregertypen, die beim Menschen zu einer Malaria-Erkrankung führen können. Von diesen ist plasmodium falciparum die aggressivste Art.

Erfolgt ein Stich durch eine Anopheles-Mücke, die den Erreger in sich trägt, wird sich dieser im ganzen Körper ausbreiten und Blutzellen befallen, ehe er schließlich die lebenswichtigen inneren Organe und das zentrale Nervensystem angreift.

Wird die Infektion frühzeitig entdeckt und behandelt, kann sie in der Regel sehr gut geheilt werden. Allerdings kann eine mangelnde medizinische Vorsorge  in abgelegenen Gegenden dazu führen, dass die notwendige Behandlung ausbleibt und die Krankheit einen gefährlichen Verlauf nimmt. Es ist daher sinnvoll für Reisende, sich vorab mit präventiven Maßnahmen (einer sogenannten Prophylaxe) zu schützen.

Derzeit ist noch keine Schutzimpfung gegen Malaria erhältlich, doch verschiedene Impfstoffe befinden sich derzeit in der Entwicklung und könnten bald zugelassen werden.

Bis dahin sind präventive Schutzmaßnahmen bei Reisen in Länder mit Malariarisiko ein Muss. Auf dem Markt sind sieben verschiedene Malaria-Prophylaxe erhältlich. Welches davon Sie einsetzen sollten, hängt von Ihrem Reiseziel ab.

Wie hoch ist das Malaria Risiko in welchen Ländern?

Hier sehen Sie eine Weltkarte, die das US-amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) zusammengestellt hat um das Malaria Risiko weltweit zu verdeutlichen:

[Hier klicken zum Vergrößern]

Malaria -risikogebiete -uebersicht(Die Daten auf dieser Malaria-Weltkarte entsprechen dem Wissensstand vom 7.07.2016)

Beachten Sie, dass in manchen Ländern, für die das CDC das Risiko als "nicht vorhanden" eingestuft hat (wie Argentinien) oder für die keine Daten vorhanden sind (wie Algerien) ein Restrisiko in abgelegenen Regionen nicht auszuschließen ist.  Informieren Sie sich vor Ihrer Reise auf der Website des Centrums für Reisemedizin über die aktuelle Lage in Ihrem Zielland.

Wo ist Malaria besonders weit verbreitet?

Basierend auf den Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO haben wir eine Liste der Länder zusammengestellt, in denen im Jahr 2014 Malariafälle aufgetreten sind. Aus den offiziell genannten Zahlen der Malariafälle haben wir die Zahl der Malariafälle pro 100.000 Einwohner des jeweiligen Landes ermittelt:



Land

Zahl der bestätigten Malariafälle 2014*

Letzte registrierte Erkrankung falls Null oder Daten nicht erhältlich (& Zahl der Fälle) *

Bevölkerung **

Ca. Fälle pro 100.000 Einwohner

Risikobewertung des CDC***

Afghanistan

61.362

 

32.564.342

188,4

Hoch

Ägypten

22

 

88,487,396

0

Keine

Algerien

0

2012 (55)

39.542.166

N/A

Keine Daten

Angola

2.298,979

 

19.625.353

1.1714,3

Hoch

Äquatorial-Guinea

20.417

 

740,743

2.756,3

Hoch

Argentinien

0

2010 (14)

43.431.886

0

Keine

Armenien

Nicht verfügbar

2005 (7)

3.056.382

N/A

Keine

Aserbaidschan

0

2012 (3)

9.780.780

0

Sehr niedrig

Äthiopien

2.118.815

 

99,465,819

2.130,2

Mäßig

Bahamas

Nicht verfügbar

2011 (6)

324.597

N/A

Keine

Bangladesch

10.216

 

168.957.745

6

Niedrig

Belize

19

 

347.369

5,5

Sehr niedrig

Benin

1.044.235

 

10.448.647

9994

Hoch

Bhutan

19

 

741.919

2,6

Sehr niedrig

Bolivien

7.401

 

10.800.882

68,5

Niedrig

Botswana

1.346

 

2.182.719

61,7

Sehr niedrig

Brasilien

143.415

 

204.259.812

70,2

Niedrig

Burkina Faso

5.428.655

 

18.931.686

28.675

Hoch

Burundi

4.585.273

 

10.742.276

42684,4

Mäßig

Cabo Verde

26

 

545.993

4,8

Sehr niedrig

Chad

914.032

 

11.631.456

7858,3

Hoch

China

56

 

1.367.485.388

0

Sehr niedrig

Demokratische Republik Kongo

9,968,983

 

79,375,136

12.559,3

Mäßig

Dominikanische Republik

496

 

10,478,756

4,7

Niedrig

Dschibuti

939 (2013)

 

828,324

113,4

Keine Angaben

Ecuador

241

 

15,868,396

1,5

Niedrig

El Salvador

6

 

6,141,350

0,1

Sehr niedrig

Elfenbeinküste

3.712.831

 

23,295,302

15.938,1

Hoch

Eritrea

30.768

 

6,527,689

471,3

Mäßig

Gabon

31.9

 

1,705,336

1.870,6

Mäßig

Gambia

166,229

 

1,967,709

8.447,8

Hoch

Georgien

0

2009 (1)

4,931,226

0

Keine

Ghana

3,415,912

 

26,327,649

12.974,6

Hoch

Guatemala

4,931

 

14,918,999

33,1

Niedrig

Guinea

660,207

 

11,780,162

5.604,4

Hoch

Guinea-Bissau

93,431

 

1,726,170

5.412,6

Mäßig

Guyana

12,354

 

735,222

1.680,3

Mäßig

Haiti

17,662

 

10,110,019

174,7

Mäßig

Honduras

3,380

 

8,746,673

38,6

Mäßig

Indien

1,102,205

 

1,251,695,584

88,1

Mäßig

Indonesien

252,027

 

255,993,674

98,5

Mäßig

Irak

0

2008 (2)

37,056,169

0

Keine

Iran

358

 

81,824,270

0,4

Sehr niedrig

Jamaika

Nicht verfügbar

2012 (5)

2,950,210

N/A

Keine

Jemen

67,513

 

26,737,317

252,5

Niedrig

Kambodscha

25.152

 

15.708.756

160,1

Niedrig

Kamerun

26.651 (2013)

 

23.739.218

112,3

Hoch

Kenia

2,808,931

 

45,925,301

6.116,3

Mäßig

Kirgisistan

0

2010 (3)

5,664,939

0

Keine

Kolumbien

40.768

 

46.736.728

87,2

Niedrig

Komoren

2.203

 

780.971

282,1

Keine Angaben

Laos

48,071

 

6,911,544

695,5

Sehr niedrig

Liberia

864,204

 

4,195,666

20.597,5

Hoch

Madagaskar

365,239

 

23,812,681

1.533,8

Mäßig

Malawi

2,905,310

 

17,964,697

16.172,3

Mäßig

Malaysia

3,147

 

30,513,848

10,3

Niedrig

Mali

2,039,853

 

16,955,536

12.030,6

Hoch

Mauritanien

15,835

 

3,596,702

440,3

Hoch

Mexiko

656

 

121,736,809

0,5

Sehr niedrig

Mozambik

7,117,648

 

25,303,113

28.129,5

Mäßig

Myanmar (Burma)

152,195

 

56,320,206

270,2

Mäßig

Namibia

15,914

 

2,212,307

719,3

Niedrig

Nauru

       

Keine

Nepal

1,469

 

31,551,305

4,7

Niedrig

Nicaragua

1,163

 

5,907,881

19,7

Niedrig

Niger

1,953,309

 

18,045,729

10.824,2

Hoch

Nigeria

7,826,954

 

181,562,056

4.310,9

Hoch

Nordkorea

10,535

 

24,983,205

42,2

Gegeben

Oman

0

2010 (24)

3,286,936

0

Sehr niedrig

Pakistan

275,149

 

199,085,847

138,2

Mäßig

Panama

874

 

3,657,024

23,9

Niedrig

Papua-Neuguinea

281,182

 

6,672,429

4.214,1

Hoch

Paraguay

0

2011 (1)

6,783,272

0

Sehr niedrig

Peru

64,676

 

30,444,999

212,4

Niedrig

Philippinen

4,903

 

100,998,376

4,9

Niedrig

Republik Kongo

66.323

 

4,755,097

1.394,8

Hoch

Ruanda

1,610,812

 

12,661,733

12.721,9

Mäßig

Russland

Nicht verfügbar

2006 (102)

142,423,773

0

Keine

Salomonen

18,404

 

622,469

2.956,6

Hoch

Sambia

4,077,547

 

15,066,266

27.064,1

Mäßig

Sao Tome und Principe

1,754

 

194,006

904,1

Sehr niedrig

Saudi-Arabien

30

 

27,752,316

0,1

Sehr niedrig

Senegal

265,624

 

13,975,834

1.900,6

Hoch

Sierra Leone

1,374,476

 

5,879,098

23.379

Hoch

Simbabwe

535,931

 

14,229,541

3.766,3

Mäßig

Somalia

11,001

 

10,616,380

103,6

Hoch

Sri Lanka

0

2012 (23)

22,053,488

0

Keine

Südafrika

11,705

 

53,675,563

21,8

Hoch

Sudan

1,068,506

 

36,108,853

2.959,1

Hoch

Südkorea

557

 

49,115,196

1,1

Niedrig

Südsudan

262,520 (2013)

 

12,042,910

2.179,9

Hoch

Suriname

374

 

579,633

64,5

Mäßig

Swasiland

269

 

1,435,613

18,7

Sehr niedrig

Syrien

0

2004 (1)

17,064,854

0

Keine

Tadshikistan

2

 

8,191,958

0

Sehr niedrig

Tansania

680,807

 

51,045,882

1.333,7

Mäßig

Thailand

37,921

 

67,976,405

55,8

Niedrig

Timor-Leste

342

 

1,231,116

27,8

Keine Angaben

Togo

1,130,251

 

7,552,318

14.965,6

Hoch

Türkei

0

2009 (38)

79,414,269

0

Sehr niedrig

Turkmenistan

Nicht verfügbar

2006 (1)

5,231,422

0

Keine

Uganda

3,631,939

 

37,101,745

9.789,1

Hoch

Usbekistan

0

2010 (3)

29,199,942

0

Keine

Vanuatu

982

 

272,264

360,7

Mäßig

Venezuela

90,708

 

29,275,460

309,8

Niedrig

Vietnam

15,752

 

94,348,835

16,7

Niedrig

Zentralafrikanische Republik

295.088

 

5.391.539

5473,2

Hoch

**Daten des CIA World Factbook*Daten der WHO

***Daten des CDC

Im ostafrikanischen Burundi war die Dichte der Malariaerkrankungen im Jahr 2014 demnach mit 4,6 Millionen gemeldeten Fällen bei einer Einwohnerzahl von 10,7 Millionen am höchsten. Dabei hatte die Zahl der Erkrankungen 2004 noch bei 363.395 gelegen. Dies bedeutet, dass sich die Rate der Malariaerkrankungen innerhalb von zehn Jahren verzwölffacht hat.

Trotzdem stuft das CDC das Malariarisiko in Burundi nach wie vor als "moderat" ein, während es in zahlreichen Nachbarländern mit weniger Erkrankungen pro Kopf als "hoch" bewertet wird. Dies beweist, dass Sie sich nicht ausschließlich auf die Statistiken der Gesundheitsinstitute verlassen sollten. Rechnen Sie grundsätzlich mit der Gefahr einer potenziellen Erkrankung, wenn Sie ein Risikogebiet für Malaria besuchen, egal ob es auf der Weltkarte gelb, orange oder rot eingefärbt ist.

Steigen oder sinken die Malaria-Erkrankungen?

Weltweit geht die Zahl der jährlichen Malaria-Erkrankungen zurück. Wie die WHO in ihrem Welt-Malaria-Bericht 2014 mitteilte, ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen zwischen 2000 und 2014 um 30% auf 198 Millionen gesunken. Die Zahl der Todesfälle hat sich sogar auf etwa 584.000 Opfer halbiert.

Lediglich in Afrika hat sich die Lage verschlechtert. Hier ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen sogar gestiegen. 9 von 10 weltweiten Malaria-Erkrankungen werden derzeit auf dem afrikanischen Kontinent verzeichnet.

Steigende Temperaturen und der Klimawandel wurden als möglicher Grund genannt, da wärmere Temperaturen in höheren Lagen den Lebensraum für die Anopheles-Mücke in Afrika vergrößern.

Wie kann ich mich vor Malaria schützen?

Denken Sie bei Ihren Reiseplanung an einen grundlegenden Schutz vor Mückenstichen. Verwenden Sie auch in Regionen mit niedrigem Malariarisiko stets Anti-Mücken-Spray mit dem Wirkstoff DEET oder tragen Sie ein entsprechendes Anti-Mücken-Armband. Wählen Sie körperbedeckende Kleidung wie lange Hosen und langärmelige Hemden bzw. Blusen um sich vor Mückenstichen zu schützen.

Sie sollten außerdem unter einem Moskitonetz schlafen. Achten Sie schon bei der Hotelbuchung darauf, dass Ihre Unterkunft entsprechende Netze anbietet.

Welche Malaria-Prophylaxe sollte ich verwenden?

Die Wahl des Prophylaxe-Mittels hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • In welche Region Sie reisen

  • Wie lange Sie unterwegs sind

  • Ihre medizinische Vorgeschichte

In manchen Ländern (oder sogar in einzelnen Regionen innerhalb eines Landes) haben die Erreger Resistenzen gegen bestimmte Malaria-Prophylaxe-Wirkstoffe entwickelt. Informieren Sie sich daher vorab, wie es in Ihrem Zielland aussieht. Jedes Jahr wird eine neue Malaria Weltkarte veröffentlicht, auf der die jeweiligen Resistenzen verzeichnet sind und welches Prophylaxe-Mittel in jedem Land das sinnvollste ist.

Manche Medikamente müssen bereits ab drei Wochen vor Reiseantritt eingenommen werden, so dass Sie sich mit den Vorbereitungen nicht allzu lange Zeit lassen sollten. Je kurzfristiger Sie mit der Prophylaxe beginnen, umso weniger Möglichkeiten stehen Ihnen zum Schutz vor Malaria zur Wahl. Es kann weiterhin möglich sein, dass Sie das Medikament auch noch einige Wochen nach Ihrer Rückkehr einnehmen müssen.

Die fünf wichtigsten Malaria-Prophylaxe-Mittel sind:

  • Malarone (Atovaquon und Proguanil)

  • Chloroquin

  • Doxycyclin (ein Antibiotikum)

  • Lariam (Mefloquin)

  • Primaquin

Chloroquin gehört zu den älteren Anti-Malaria-Mittel, gegen das die Resistenzen mittlerweile weit verbreitet sind. Es wird heute generell nicht mehr zum Schutz vor dem gefährlichsten Erreger plasmodium falciparum verschrieben, kann jedoch bei milderen Formen der Malaria noch sinnvoll sein. Es wird daher häufig zusammen mit einem weiteren Mittel wie Proguanil verschrieben um optimalen Schutz zu bieten.

Der Arzt wird Sie während der Beratung nach Ihrem Reiseziel fragen, so dass er Ihnen das für Sie am besten geeignete Prophylaxe-Mittel verschreiben kann.

Wie funktioniert die Malaria Prophylaxe?

Durch den Stich der Mücke gelangt der Malariaerreger in den Blutkreislauf des Körpers und wird zur Leber transportiert. Hier vermehrt er sich, ehe er in größerer Zahl wieder in den Blutkreislauf gelangt.

Werden vor einer Reise Prophylaxe-Mittel eingenommen, setzen sich die Wirkstoffe in der Leber fest. Gelangt nun ein Malariaerreger in die Leber, kann der Wirkstoff ihn zerstören, ehe er sich überhaupt vermehren und im Körper ausbreiten kann.

Liegt jedoch schon eine Infektion vor, bei der sich der Erreger über die Blutbahnen im Körper ausgebreitet hat, wird er dadurch nur gestärkt. Dann ist eine schnelle medizinische Behandlung erforderlich und die Gabe höherer Dosen eines Antimalaria-Wirkstoffes. Dieser wird den Erreger dann in den Blutbahnen angreifen um zu verhindern, dass er sich weiter vermehrt und ausbreitet.

Kurzgesagt ist es daher wesentlich leichter Malaria zu verhindern als zu behandeln. Gehen Sie keine Risiken ein und schützen Sie sich mit der richtigen Prophylaxe vor einer Infektion.

Lesen Sie mehr über die verschiedenen Prophylaxe-Mittel und zu ihren potenziellen Nebenwirkungen auf unseren medizinischen Produktseiten.