Der Begriff “Hygiene” ist sehr subjektiv; was der eine als hygienisch ansieht, ist dem anderen vielleicht noch gar nicht sauber genug.

Dabei ist es jedoch wichtig, einem bestimmten Niveau an Hygiene nachzukommen, um die Anzahl der Bakterien im Haushalt möglichst gering zu halten und somit das Risiko bestimmter Krankheiten zu mindern.

Die Arbeitsflächen in der Küche zu säubern, bevor das Essen zubereitet wird und regelmäßig Staub zu wischen sind die Grundlage, die viele von uns schaffen um sowohl die Bakterien in unserem Haushalt als auch die aerogenen Erreger auf ein Minimum zu reduzieren.

Es gibt jedoch auch andere Hausarbeiten, die viele vielleicht nicht ganz so genau nehmen - obwohl Sie ebenso wichtig sind.

Wir nähern uns zwar momentan erst einmal dem Winter, in diesem Artikel bereiten wir Sie jedoch schon einmal auf den Frühjahrsputz vor.

Wir erklären Ihnen die Hygiene-Grauzonen - von denen Sie mindestens eine auch in Ihrem Haushalt finden - und warum es so wichtig ist, dass man ihnen etwas mehr Beachtung schenkt.

Hygiene Grauzonen Gesundheistrisiken

Betten und Bettwäsche

Das Bettzeug sollte alle ein bis zwei Wochen gewechselt werden; viele von uns schlafen jedoch bis zu vier Wochen oder sogar länger mit denselben Bettbezügen.

Die Bettwäsche sieht zwar augenscheinlich nach ein oder zwei Wochen nicht schmutzig aus; man muss jedoch bedenken, dass wir stetig Hautzellen verlieren und dass wir (mindestens) ein Drittel unseres Lebens im Bett verbringen.

Wenn sich diese Hautpartikel über mehrere Tage und Wochen ansammeln, können sie kleine Hausstaubmilben anlocken. Die Milben selbst sind eher harmlos; sie produzieren jedoch bestimmte Abwürfe, die Allergie- oder Asthma-Symptome verschlimmern können, wenn sie eingeatmet werden.

Bettwäsche waschen: wie oft?

Hygiene-Experten raten dazu, Bettzeug jede Woche, maximal alle zwei Wochen zu wechseln.

Die Bettbezüge regelmäßig zu waschen ist jedoch nicht genug - Kissen und Matratzen können ebenfalls tote Hautzellen oder Staubmilben beherbergen. Es ist also wichtig, ebenso Kissen und Bettdecken ab und an zu waschen um Hautreizungen durch Staubmilben und die potenzielle Verbreitung von Pilzsporen (eine mögliche Ursache von Hautinfektionen) zu vermeiden.

Kissen und Bettdecken sollten drei bis vier Mal pro Jahr in der Waschmaschine gereinigt werden. Die Bettdecken oder Kissen, die mit Daunen oder Federn gefüllt sind, kann man gegebenenfalls nur trocken reinigen; lesen Sie sich also zuerst das Etikett durch, bevor Sie alles in die Waschmaschine stecken.

Die Matratze mit dem Staubsauger abzusaugen ist wichtig, um bestimmte Erreger zu entfernen. Versuchen Sie dies ungefähr alle drei Monate einmal zu tun.

Haarbürsten und andere Pflegeutensilien

Da wir Haarbürsten, Kämme, Lockenstäbe oder Glätteisen meist auf gewaschenem Haar verwenden, nehmen viele an, dass diese Utensilien von selbst sauber bleiben und nicht regelmäßig gereinigt werden müssen.

Dem ist leider nicht so.

Haarbürsten und Kämme können eine Reihe von Bakterien beherbergen; je länger Sie sie nicht reinigen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese Bakterien auf Ihre Kopfhaut übertragen. So steigt auch das Risiko für Hautreizungen oder potenzielle Hautinfektionen. Wenn diese Bakterien in eine offene Wunde gelangen, besteht sogar das Risiko, an Zellulitis (nicht zu verwechseln mit der harmlosen Cellulite) zu erkranken.

Entfernen Sie die in der Bürste oder dem Kamm haftenden Haare nach jeder Nutzung; egal, ob Sie diese Utensilien auf gewaschenem Haar verwenden oder nicht. Reinigen Sie sie außerdem gründlich alle ein bis zwei Wochen mit etwas Shampoo und heißem Wasser.

Auf Glätteisen, Lockenstäben oder ähnlichen Utensilien können sich im Laufe der Zeit einerseits Produktrückstände ansammeln, andererseits auch Bakterien.

Es wird empfohlen, Geräte wie diese einmal im Monat zu säubern; entweder mit einem speziellen Reinigungsmittel oder mit einem nassen Lappen oder Reinigungstuch.

Make-up Pinsel kommen in direkten Kontakt mit der Haut und können Akne hervorrufen, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Make-up Artist Bobbi Brown empfiehlt Pinsel einmal in der Woche zu reinigen, um Ansammlungen zu vermeiden. Lisa Potter-Dixon (Benefit Cosmetics) empfiehlt denjenigen mit Hautproblemen, Pinsel oder ähnliche Utensilien bis zu einmal am Tag zu reinigen.

Sie empfiehlt die Reinigung mit Baby Shampoo und das Trocknen über Nacht auf einem Handtuch.

Männer sollten sich außerdem über die Risiken eines unsauberen elektrischen Rasierers im Klaren sein. Der kann nämlich auch zu Hautirritationen oder kleinen Pickeln führen.  

Entfernen Sie nach jeder Nutzung alle Haare und Ablagerungen von dem Rasierer und reinigen Sie die Rasierklingen nach der mitgelieferten Anleitung.

Handtücher

Nicht selten verwenden wir Handtücher in der Küche zum Hände- und zum Geschirrabtrocknen. Das mag zwar praktisch und ökologisch sinnvoll erscheinen, es birgt jedoch ebenfalls einige Gesundheitsrisiken.

Oft trocknen wir unsere Hände mit dem Handtücher ab, nachdem wir sie bloß mit etwas Wasser zwischen den einzelnen Koch-Schritten abgespült haben; so übertragen wir die Bakterien ins Handtuch. Wenn dasselbe Handtuch dann zum Abtrocknen von Töpfen oder anderen Utensilien verwendet wird, werden die Bakterien auch auf diese Gegenstände weitergegeben.

Durch diese kontaminierten Kochutensilien können im schlimmsten Fall Lebensmittelvergiftungen oder gar virale Infektionen wie eine Magen-Darm-Grippe hervorgerufen werden.

Zusätzlich zu den separaten Handtüchern - eins für die Hände und eins für das Geschirr - sollten Sie sicherstellen, dass Sie diese Handtücher regelmäßig waschen.

Bei der Frage nach der Häufigkeit sind sich die Experten jedoch eher uneinig:

Einige sind der Meinung, dass Geschirrtücher jeden Tag gewechselt und auf einem Heizkörper getrocknet werden sollten;

andere gehen davon aus, dass es ausreichend ist, Geschirrtücher zwei- bis dreimal pro Woche auszutauschen.

Auch im Badezimmer bedienen einige Handtücher mehr als einen Zweck. Es sollte durchaus einen Unterschied zwischen Hände- und Bade- oder Duschhandtüchern geben. Die Ganzkörper-Handtücher beherbergen unter Umständen ebenfalls Bakterien; diese können potenziell nach dem Händewaschen auf die Hände übertragen werden.

Hände-Handtücher aus dem Badezimmer sollten genauso oft gewechselt werden wie die Handtücher in der Küche.

Idealerweise sollten Dusch- und Badehandtücher nicht länger verwendet werden als eine Woche um das Ansammeln von Schimmelsporen zu verhindern und so das Risiko einer Infektion zu mindern.
Sie sollten zwischen den Nutzungen außerdem am besten zum Trocknen über einen beheizbaren Handtuchhalter gehängt werden.

Lüften

Viele von uns nehmen sich an einem Tag in der Woche Zeit, um Staub zu wischen und zu saugen. Eine wichtige Regel beim Putzen befolgen die meisten von uns wahrscheinlich nicht immer: Fenster auf.

Es ist wichtig, die Fenster zu öffnen, damit der aufgewirbelte Staub und Schmutz nach draußen gelangen kann. Ist der Staub im Haus gefangen und wirbelt umher, kann dies unter Umständen Asthmaerkrankungen verschlimmern und zu allergischer Rhinitis führen.

Auch die Kondensation ist ein anderer Grund, weshalb Sie regelmäßig lüften sollten. Kondenswasser bildet sich, wenn die Temperatur im Haus sinkt und die Feuchtigkeit in der Luft sich an den Fenster oder Fensterbänken festsetzt. Nach längerer Zeit kann sich dadurch Schimmel bilden; dies wiederum kann Allergien verstärken und sich auf die Atemwege auswirken.

Richtig Lüften: Wie lange sollten die Fenster offen bleiben?

Um Feuchtigkeit zu verhindern, verfügen viele modernere Fenster über kleine Lüftungsöffnungen; diese sollten möglichst täglich geöffnet werden, damit die Feuchtigkeit in der Luft entweichen kann.

Die Fenster in einem frisch geputzten Raum für mehrere Stunden geöffnet zu lassen hilft außerdem dabei, dass die Staubpartikel und aerogene Erreger nach draußen entweichen können.

Lüftungen regelmäßig zu säubern ist ebenfalls wichtig; besonders für diejenigen die empfindlich auf aerogene Erreger reagieren.

Händewaschen

Wenn es um das Händewaschen geht, sind wir wahrscheinlich achtsamer, wenn wir uns in öffentlichen Gebäuden befinden - doch es ist mindestens genauso wichtig, wenn es um das eigene Haus geht.

Vor allem diejenigen, die sich die Wohnung oder das Haus mit anderen Mitbewohnern teilen, sollten beachten, dass Bakterien und Keime ganz einfach durch den Kontakt von Oberflächen, Türklinken oder Fernbedienungen übertragen werden können.

Händewaschen: Wie oft ist oft genug?

Eine Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht. Experten sehen 6 Mal pro Tag als grundlegendes Hygiene-Minimum; es ist jedoch wichtig - egal ob Sie zu Hause sind oder nicht - jedes Mal, nachdem Sie auf der Toilette waren, die Hände zu waschen. Auch bevor Sie Essen zubereiten oder Essen zu sich nehmen sollten Sie sich die Hände waschen.

Tatsächlich sollte also die Häufigkeit, in der Sie Ihre Hände waschen, höher ein als 6 Mal pro Tag.

Weitere Informationen über Allergien und Asthma und die Erreger dieser Erkrankungen finden Sie auf den jeweiligen Informationsseiten:

Was kann einen Asthmaanfall auslösen?

Wodurch kann Asthma hervorgerufen werden?

Die Auswirkungen von Asthma auf den Lebensstil

Warum bekommen wir Allergien?

Allergien: Prävention und Behandlung

Allergien: Diagnosemethoden