Horrorfilme werden zwar nicht so viel geschaut wie große Action Blockbuster, gerade jedoch zu Halloween sind sie fast überall präsent - und ihre Nachwirkungen machen einigen von uns noch Tage, Wochen oder sogar Monate lang zu schaffen.

Doch warum lieben einige von uns den Nervenkitzel - und andere so gar nicht?

Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es leider noch nicht - es hängt jedoch mit unserem Charakter zusammen. Es wird angenommen, dass die Teile des Gehirns, die bei Angst stimuliert werden, sehr eng mit den Teilen verbunden sind, die bei Genuss stimuliert werden. Aus diesem Grund gefällt einigen von uns der Nervenkitzel während des Schauens eines Horrorfilms besser als anderen.

Das Gucken eines Horrorfilms hat jedoch auch bestimmte temporäre Auswirkungen auf unseren Körper. Da Halloween nun vor der Tür steht, haben uns genau diese Auswirkungen einmal angeschaut und mit Hilfe unseres Chefarztes Dr. Daniel Atkinson bewertet.

Horrorfilm-Auswirkungen

Was passiert also, wenn wir einen Horrorfilm schauen?

Vor Beginn des Films:

Unsere Herzfrequenz ist entspannt. Wir sitzen nun meist mit Freunden zusammen oder kaufen uns Popcorn, Nachos oder Eis, wenn wir den Film im Kino schauen. Die Herzfrequenz ist zwar gleichmäßig, wir sind jedoch ein wenig aufgeregt und gespannt, was uns bevorsteht.

0-20 Minuten (erster Akt des Films)

Die Geschichte des Films baut sich nun langsam auf und der Körper entwickelt gegebenenfalls erste Angstgefühle, da wir davon ausgehen, dass bald etwas schlimmes, etwas, das uns erschreckt, passieren könnte.

Die meisten Horrorfilme bringen unser Herz bereits innerhalb der ersten zehn Minuten zum schneller Schlagen. Eine bestimmte Szene führt zu einem Angstgefühl und dieses Angstgefühl führt dazu, dass wir den ganzen Film über etwas schreckhafter sind als normalerweise.

Unser Körper produziert aus diesem Grund nun mehr Adrenalin und Cortisol. Diese Stoffe sind für die sogenannte “fight or flight” (Kampf oder Flucht) Reaktion zuständig, welche den Körper in extremen Situationen auf das schlimmste vorbereitet und es ihm so ermöglicht, schnell reagieren zu können.

Der Puls und die Atmung werden nun schneller, damit der Körper auf jegliche Handlung vorbereitet ist - “fight or flight” (Kämpfen oder Flucht).

Die Pupillen weiten sich, um die Empfindsamkeit und das Sehvermögen zu erhöhen, damit potentielle Gefahren schnell wahrgenommen werden können.

20-70 Minuten (zweiter Akt des Films)

Während des Films bekommen wir stets eine Art Angst-Welle. Mal sinkt die Anspannung und dann steigt sie plötzlich wieder an.

Auch wird die Spannung einige Male so aufgebaut, dass wir davon ausgehen, dass etwas angsterregendes passiert, was sich im Endeffekt als vollkommen harmlos herausstellt. Sobald wir uns von dem vermeintlichen Schock erholt haben, steht dann der tatsächliche Schock bevor.

Die Reaktion unseres Körpers: schwitzende Handflächen. Diese Reaktion wird ebenfalls durch den sogenannten Sympathikus, das sympathische Nervensystem, hervorgerufen. Auf unseren Handflächen befinden sich eine Menge von Schweißdrüsen, die durch Angstgefühle aktiviert werden können.

Ab der 70. Minute (dritter Akt des Films)

Während des Höhepunkts des Films verschnellert sich unser Herzschlag und wir bekommen gegebenenfalls sogar Herzrasen. Während der zuvor erwähnten “fight or flight” (Kampf oder Flucht) Reaktion fließt das Blut aus dem Bauch hinaus in die Hauptorgane (Gehirn und Herz), was zu Herzrasen führen kann.

Auch können wir eventuell feststellen, dass sich unsere Haare aufstellen: Gänsehaut. Es wird angenommen, dass die sogenannte Gänsehaut mit unseren Urinstinkten zusammenhängt; unsere Haare stellen sich auf, wenn wir uns in einer gefährlichen Situation befinden.

Sobald der Film sich schließlich dem Ende zuneigt, fühlen wir eine Welle der Erleichterung - vielleicht haben wir sogar teilweise wortwörtlich die Luft angehalten und können jetzt endlich wieder aufatmen.

Nach dem Film

Es dauert nur einen kurzen Moment, bis sich unser Körper wieder akklimatisiert hat. Unser Gehirn ist nämlich in der Lage, schnell zwischen wahr und falsch zu entscheiden - und schließlich haben wir ja lediglich einen Film geguckt und waren nicht tatsächlich in Gefahr. Aus diesem Grund sollte unser Herzschlag sich relativ schnell wieder normalisiert haben.

Die Auswirkungen eines Horrorfilms 

All die oben aufgezählten Vorgänge aus unserem Körper bedürfen einem hohen Energieverbrauch. Dies führt dazu, dass wir uns in einigen Fällen sogar etwas erschöpft fühlen, wenn der Film dann endlich vorbei ist. Wenn wir jedoch im Kino ordentlich Popcorn und Nachos oder andere Süßigkeiten geknabbert haben, bemerken wir diese Auswirkungen nicht sofort.

Süßigkeiten haben einen hohen Zuckergehalt, Chips haben einen hohen Salzgehalt. Und wenn wir unter Stress stehen und gespannt auf den Bildschirm starren, dann greifen wir vielleicht ein paar Mal öfter zu, als normal. Auch koffeinhaltige Erfrischungsgetränke können dazu beitragen, dass wir etwas aufgewühlter und schreckhafter sind. Die Kombination aus koffeinhaltigen Getränken sowie einem Übermaß an Zucker und Salz kann dann wiederum anschließend zu einem schlechten Schlaf führen.

Auch der Inhalt des Horrorfilms, den wir geschaut haben, kann uns manchmal in unserem Traum wieder begegnen. Die Auswirkungen von Horrorfilmen sind also etwas weitreichender als wir vielleicht annehmen.

Horrorfilme sind jedoch keinesfalls eine schlechte Idee. Wer dem Nervenkitzel nichts entgegen zu bringen hat, dem macht das Horrorfilme Schauen gerade jetzt zu Halloween wohl besonders Spaß.

Halten Sie jedoch am besten nicht zu viele Süßigkeiten oder Chips bereit, um nicht übermäßig viel Zucker und Salz zu sich zu nehmen. Dann steht einem gesunden Gruselmarathon nichts mehr im Wege!