Psoriasis Grafik

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, betrifft weltweit beinahe 125 Millionen Menschen und in Deutschland allein leiden zwei Millionen darunter. Trotzdem wissen viele nicht wirklich was Psoriasis ist.


Anlässlich dieser Hauterkrankung ist am 29ten Oktober jährlich der Welt-Psoriasistag, der Aufmerksamkeit auf sie lenken will und die Betroffenen daran erinnern will, dass sie nicht allein sind und dass sie Zugang zu einem Netzwerk, das sie unterstützen kann, haben. Durch den Fokus auf die Erkrankung wird es auch Menschen, die nicht direkt von Schuppenflechte betroffen sind, ermöglicht, sie besser zu verstehen.


Mit Unterstützung von Doktor Osborne und den Spezialisten Chris Griffiths, Professor der University of Manchester und Sprecher der British Skin Foundation und Carla Renton, Informations- und Kommunikationsmanager der Psoriasis Association, gehen wir hier näher auf die Symptome und Behandlung von Psoriasis ein.

Erkrankungsalter

Im Unterschied zu vielen anderen Hauterkrankungen ist Psoriasis von Natur aus chronisch.
Manchmal können Neurodermitis, die in der Kindheit zum ersten Mal aufgetreten sind auch im Erwachsenenalter noch vorkommen, zwei Drittel dieser Fällle verbessern sich aber stark bis zum sechzehnten Lebensjahr.


Psoriasis hingegen beginnt meist später im Leben und hat eine schwer vorhersehbare Rückfallrate.
Laut Professor Griffiths tendiert Psoriasis dazu unvorhersehbar aufzutreten und wieder zu verschwinden und kann in jedem Alter auftreten. Die meisten Fälle (75%) zeigen sich vor dem 35ten Lebensjahr, mit einem durchschnittlichen Beginn um die 20. Ein zweiter Höhepunkt des Auftretens findet sich zwischen 55 und 60.


Festgestellt wird die Beschwerde aber vor allem bei Teenagern. Carla Renton schildert, dass Psoriasis traditionell eine Erkrankung von Erwachsenen oder älteren Personen ist, dass aber ein Drittel aller Betroffenen einen Ausbruch der Erkrankung vor dem 16ten Lebensjahr erleben und auch Kinder können schon von Schuppenflechte betroffen sein.

Erkennbare Symptome

Für diejenigen, die noch nie Hautsymptome hatten oder sie zum ersten Mal haben, kann es schwer sein zu erkennen, was eine leichte Reizung von Psoriasissymptomen unterscheidet.


Psoriasis zeigt aber Symptome, die sich klar von anderen Beschwerden unterscheiden.
Professor Griffiths erklärt, dass Psoriasis als rosafarbene oder rotgefärbete Stellen mit silber-weißen Schuppen auf der Haut erscheint. Diese Schuppen entstehen üblicherweise auf den Knien, Elbogen, Torso und auf der Kopfhaut, sie sind aber nicht auf diese Gebiete beschränkt. Bei manchen Menschen mit Schuppenflechte sind auch die Nägel und Gelenke betroffen.


Ein weiterer Unterschied zwischen Psoriasis und Neurodermitis ist, dass Neurodermitis oft mit Asthma und anderen Allergien in Verbindung steht. Psoriasis entsteht aber nicht aufgrund einer Allergie oder im Zusammenhang mit Asthma oder Rhinitis, wie Professor Griffiths vermerkt.

Potentielle Auslöser

So unvorhersehbar Psoriasis auch sein kann, gibt es doch ein paar Dinge, die Experten und Betroffene als Trigger des Aufflackerns der Symptome identifizieren können.


Ausbrüche können durch eine Kombination genetischer Anfälligkeit und Umweltauslöser, wie Streptokokken-Tonsillitis oder Pharyngitis, Stress, Alkohol und einiger Medikamente ausgelöst werden, erklärt Professor Griffiths.
Da Psoriasis eine stark individuell unterschiedliche Krankheit ist, können Dinge, die für einen Betroffenen Auslöser sind für jemand anderen keine sein.


Ein häufiger Auslöser bei den meisten Betroffenen ist aber Stress, da sich eine Verbindung zwischen dem Gehirn und der Haut herausgestellt hat.
Stress kann aber nicht einfach von jedem Menschen vermieden werden, wie Carla Renton betont. Viele Menschen können ihre Umstände nicht einfach verändern. Ein Besuch beim Hautarzt oder Allgemeinarzt kann jedoch dabei helfen Unterstützung beim Umgang mit der Beschwerde zu finden.


Neben der Prävention von Stress und der Einschränkung von Alkoholkonsum, gibt es auch noch eine andere Maßnahme, die ergriffen werden kann, um das Risiko zu verringern. Sie betrifft das Köbner-Phänomen, bei dem Psoriais an verletzten Hautstellen auftritt. Es ist relativ häufig und kann vermieden werden, indem darauf geachtet wird, dass weder Kleidung noch Schmuck auf der Haut reibt und schnell mit der Behandlung von Psoriasisausbrüchen, die um Verletzungen entstehen, begonnen wird.

Häufigkeit von Ausbrüchen

Eine der ersten Fragen, die sich jemand der neu mit Schuppenflechte diagnostiziert wurde, stellt, ist vermutlich, wie häufig sie ausbricht.


Carla Renton betont, dass es bedauerlicherweise keine durchschnittliche Häufigkeit für Ausbrüche von Psoriasis gibt und dass Ausbrüche von Fall zu Fall unterschiedlich oft auftreten. Im Fall von Psoriasis guttata sind die meisten Fälle zeitlich eingeschränkt und verschwinden von alleine in wenigen Wochen oder Monaten wieder. Manche Menschen entwickeln später eine weitere Form von Psoriasis, manche haben aber auch nie wieder einen Ausbruch.


In den meisten Fällen tritt Psoriasis völlig unvorhersehbar auf und kann auch in der Stärke und Ausbruchsdauer stark variieren, das kann besonders frustrierend sein.
Es ist auch möglich, dass sich Symptome kontinuierlich zeigen, für diese Fälle gibt es aber Behandlungsmöglichkeiten.


Es ist nicht immer leicht, die richtige Behandlung zu finden und wie Carla Renton erwähnt häufig mit viel Ausprobieren verbunden, die meisten Betroffenen finden aber letztlich die Behandlung, oder die Behandlungskombination, die Ihnen hilft.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt unterschiedliche Behandlungen für Schuppenflechte, die je nach Schwere der Symptome verschrieben werden.
Begonnen wird meist mit unterschiedlichen topischen Mitteln, die vielen Menschen helfen Ausbrüche einzugrenzen und ihre Psoriasis unter Kontrolle hält.


Für Betroffene, deren Psoriasis mittelschwer bis schwer ist oder denen topische Behandlungen nicht helfen, gibt es eine Reihe weiterer Möglickeiten, die von einem Dermatologen verschrieben werden können.
Dazu gehören die Phototherapie, während der UV-Strahlen genutzt werden, um die Bildung neuer Hautzellen zu verlangsamen, und systematische Behandlungen, die meist als Tabletten oder Injektionen verschrieben werden.


Auch andere, rezeptfreie Produkte können, laut Carla Renton, hilfreich sein, besonders wenn sie gemeinsam mit den verschreibungspflichtigen Medikamenten verwendet werden.
Laut ihr ist einer der Hauptpunkte der Behandlung von Schuppenflechte die Feuchtigkeitspflege, diese kann die Trockenheit, den Juckreiz und die Rissbildung der Haut lindern und kann dabei helfen die Schuppen aufzuweichen und anzuheben. Dieses Aufweichen und Entfernen der Schuppen hilft aktiven topischen Behandlungen, wie Steroiden oder auf Vitamin-D basierenden Cremes, Gels etc., bei der Wirkung.


Es ist daher sehr wichtig der Haut mehrmals täglich Feuchtigkeit zuzuführen, besonders eine halbe Stunde vor der Anwendung einer aktiven topischen Behandlung. Viele Feuchtigkeitscremes und Weichmacher können vom Arzt verschrieben werden.
Auch wenn Psoriasis nicht heilbar ist, versichert Carla Renton kürzlich Diagnostizierten, dass Millionen von Menschen erfolgreich mit dieser Erkrankung leben.


Es kann zwar schwierig sein, die richtige Behandlung zu finden, wenn die Suche aber aktiv in Angriff genommen wird und unterschiedliche Mittel ausprobiert werden, kann fast immer die Kombination, die zu den erwünschten Resultaten führt, gefunden werden.

Medizinische Entwicklungen

Das Leben mit Psoriasis bietet natürlich seine speziellen Herausforderungen und die Erkrankungen kann einen oft sehr frustrieren, die Medizin ist aber dankenswerterweise stark mit immer weiteren Innovationen der Behandlung beschäftigt.


Biologische Medikamente kommen im letzten Jahrzehnt zur Behandlung schwerer Psoriasis oft zum Einsatz. Sie können nicht für milde oder mittelmäßige Schuppenflechte verwendet werden.
Diese Medikamente sind revolutionär, da sie auf spezielle Teile der Entzündungspfade abzielen, was bedeutet, dass weniger Nebenwirkungen auftreten als bei Medikamenten, die das gesamte Immunsystem unterdrücken.


Diese neuen Behandlungen helfen auch dabei Psoriasis und die Vorgänge im Körper, die die Beschwerde verursachen zu verstehen.
Und auch die kürzlich finanzierte PSORT Untersuchung verspricht faszinierende Ergebnisse.


Mehr Informationen zu Professor Chris Griffiths und seiner Forschung finden Sie hier und mehr Informationen zur British Skin Foundation und ihrer Arbeit kann hier gefunden werden.


Wurden Sie vor kurzem mit Psoriasis diagnostiziert oder sollten Sie mehr über die Erkrankung erfahren wollen, dann finden Sie weitere Informationen in englisch auf der Webseite der Psoriasis Association und auf deutsch auf der Seite Psoriasis-Netz.
Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Informationen auf der Psoriasis-Kids Seite.