Carrots

Volksweisheiten haben viel zu sagen: So sollen tief fliegende Schwalben schlechtes Wetter ankündigen und Lachen ist immer noch die beste Medizin. Es ist nicht schwer einige dieser Weisheiten auf die leichte Schulter zu nehmen. Niemand glaubt wirklich, dass man mit Lachen eine Grippe heilen kann, auch wenn die Tatsache, dass fröhliche Menschen weniger krank werden sogar statistisch untermauert werden konnte. Und wenn es regnet, nimmt man einen Regenschirm mit, egal wie tief die Schwalben fliegen. Wobei hier eine Studie belegt hat, dass im Fall der Schwalben der Volksglaube irrt und sie bei schlechtem Wetter höher und nicht niedriger fliegen.

Andere Volksweisheiten, besonders wenn sie unsere Gesundheit betreffen, beeinflussen jedoch unser tägliches Verhalten.
Und unsere Freunde und Verwandten haben immer viele dieser Weisheiten, die in jeder Lebenslage helfen sollen, parat. Doch ganz so wirksam wie geglaubt, sind diese Gesundheitsratschläge oft nicht. Hier werden die sieben bekanntesten auf ihre Richtigkeit überprüft. Und vorweg sei schon einmal verraten, ganz so weise wie geglaubt sind sie oft nicht.

1. Fingerknacken verursacht Arthritis

Arthritis wird durch den Abbau des Knorpelgewebes zwischen den Gelenken, der über längere Zeit hinweg stattfindet, verursacht und hat nichts mit dem Fingerknacken zu tun. Auch sonst birgt das Fingerknacken keine gesundheitlichen Gefahren. Das Knackgeräuch beim Fingerknacken entsteht vermutlich dadurch, dass bei der Dehnung des Gelenks Unterdruck in der Gelenkkapsel entsteht und dadurch gelöste Gase in der Synovilaflüssigkeit, die sich in diesen Gelenken befindet, freiwerden.

2. Konterbier


Es ist allgemein bekannt, dass man zur Bekämpfung des morgendlichen Katers am besten weiter trinkt. Aber egal wie viele Freunde auch meinen, dass das Konterbier, in Österreich auch unter dem Namen Reperaturseidl bekannt, die Lösung schlechthin wäre, ist der einzige Effekt den es hat, dass sich die Symptome auf einen späteren Zeitpunkt verlagern. Zu diesem kommen die Kopfschmerzen und das generelle Katergefühl dann besonders stark zurück. Die einzige Lösung ist leider immer noch Ruhe und das Trinken von viel nicht-alkoholischer Flüssigkeit.

3. 70% der Körperwärme geht über den Kopf verloren



Wie oft dieses ‘Faktum’ auch wiederholt wird, um ja seine Haube im Winter aufzusetzen, wahr wird es dadurch nicht, denn im Durchschnitt gehen gerade mal 7-10 % der Körperwärme über den Kopf verloren. Körperliche Anstrengung kann dazu führen, dass Blut ins Gehirn steigt, wodurch mehr Körperwärme durch den Kopf abgegeben wird. Der Körper kompensiert diesen Verlust aber schnell wieder und die Durchblutung und Wärmeverteilung fallen auf das gewohnte Level zurück.

4. Karotten sind gut für die Augen


Karotten enthalten eine Substanz namens Betacarotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Vitamin A wiederum unterstützt die Augenfunktion. Betacarotin ist aber auch in anderem Gemüse enthalten oft sogar in einem höheren Ausmaß, so zum Beispiel in Kohl und Kürbis und Vitamin A selbst ist Bestandteil tierischer Produkte, wie Leber und Milch. Mit Kurz- und Weitsichtigkeit hat Vitamin A aber nichts zu tun. Auch wenn es unabdingbar für unsere Augen ist, hilft es beim scharf Sehen leider nicht.

5. Schokolade verursacht Pickel

Oft hört man es, ‘du hast Pickel, weil du so viel Schokolade ist’, doch was steckt wirklich hinter dieser Volksweisheit? Nicht viel wie sich herausstellt, ein Zusammenhang konnte wissenschaftlich nicht festgestellt werden. Eine ungesunde Ernährung kann sich zwar auf das Hautbild auswirken, sie ist aber bei weitem nicht der einzige Faktor. Auch frische Luft, genügend Schlaf und eine gute Gesichtspflege spielen eine wichtige Rolle.

6. Spinat enthält besonders viel Eisen

Das Spinat wegen seines hohen Eisengehalts besonders gesund ist, ist ein hartnäkiger Mythos, der sich schon lange hält. Angeblich hat sich wohl ein Doktor in der Kommasetzung vertan und dem Spinat damit einen zehnfach höheren Eisenmangel atestiert. Da Eisen nicht in sehr vielen Speisen, die für Kleinkinder geeignet sind, enthalten ist, wurde Spinat ein beliebtes Gericht, das Eltern ihren Kindern vorsetzten. Spinat ist jedoch kaum eisenreicher als andere Gemüsesorten, beim Kochen verliert er zudem sehr viel Eisen, die Zubereitung im Dampfdrucktopf ist daher empfehlenswert.

7. Verdauungsschnaps

In vielen Lokalen ist es ganz üblich nach dem Essen noch einen Blick in die Dessertkarte zu werfen. Diese führt oft auch eine Auswahl an Schnäpsen auf, diese sollen schließlich dabei helfen, die Verdauung in Gang zu bekommen. Die Wirkung scheint aber höchstens ein Placeboeffekt zu sein. Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt dass der ‘Verdauungsschnaps’ der Verdauung wohl gar nicht so gut tut, wie oft angenommen wird. So kann zu viel Alkohol die Verdauung sogar ins Stocken bringen. Spazierengehen ist wohl doch immer noch die beste Methode, um dem Völlegefühl beizukommen.