Weihnachten steht wieder einmal schneller als gedacht vor der Tür und genauso stehen auch wie jedes Jahr viele Weihnachtsfeiern an.

Mit Weihnachtsmärkten, Glühwein- und Punschständen, die sich in jeder Stadt ausbreiten, steigt die Menge des komsumierten Alkohols automatisch an.

Dezember ist, nach einem harten Arbeitsjahr, unbestreitbar ein Monat zum Feiern, Entspannen und Vergnügen.

Es ist dennoch wichtig sich darüber bewusst zu sein, dass die Effekte von Alkohol auf den Körper auch im Dezember dieselben wie im Rest des Jahres sind und besonders Komatrinken ernsthafte Gefahren, besonders für Ihr Herz, darstellen kann.

Wir haben dies näher mit Barbara Dinsdale, Lifestyle Manager von Heart Research UK (einer britischen Stiftung für Herzforschung), besprochen.

TREATED - DE - Responsible Xmas Drinking

Wie viel ist zu viel?

Der Begriff ‘gesundes Maß’ ist problematisch, wenn es um Alkohol geht, im Folgenden werden wir darauf auch noch näher eingehen.

Aber es gibt allgemeine Richtlinien, die anzeigen, was ein gesundes Maß ausmacht. Diese sind in Kooperation mit dem BMG:

  • für Frauen nicht mehr als 12g reinen Alkohol/täglich
  • für Männer nicht mehr als 24g reinen Alkohol/täglich
  • kein Alkohol an mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche

0,3l Bier enthalten 13g reinen Alkohol und 0,2l Wein enthalten 16g Alkohol.

Dinsdale erklärt, dass ein übermäßiger Alkoholkonsum als eine regelmäßige Überschreitung dieser Richtlinien angesehen wird.

Gesundheitsrisiken

Ein häufiges Überschreiten dieser Limits kann zu einer Vielzahl von Gesundheitsrisiken führen.
So kann regelmäßiger übermäßiger Konsum zu hohem Blutdruck, auch bekannt als Hypertonie, führen.

Hypertonie bezeichnet einen konsistent erhöhten Blutdruck (140/90 oder höher) und ist, wie Dinsdale erklärt, einer der größten Risikofaktoren für kardiovaskoläre Erkrankungen. Der Konsum von Alkohol erhöht den Blutdruck im Laufe der Zeit und kann dadurch die Risiken Bluthochdruck zu entwickeln erhöhen.

Es mag manche Leser überraschen, dass Kalorien ein großer Faktor dieser Entwicklung sind. Tatsächlich unterschätzen Leute oft den Kaloriengehalt von Alkohol und die Möglichkeit das er Fettleibigkeit verursacht.

Dinsdale illustriert, dass Alkohol 7 kcal (Kalorien) pro Gramm enthält, verglichen mit Fett, das 9 kcal pro Gramm enthält und Kohlenhydrate, die 3,75 kcal pro Gramm enthalten. Der Verzehr dieser extra Kalorien kann zur Gewichtszunahme führen und wenn eine Person übergwichtig ist, kann das Herz einer erhöhten Belastung ausgesetzt werden, was zu einem erhöhten Blutdruck führt.

Genauso wie dies zu Hypertonie führen kann, kann diese Belastung auch die Herzmuskeln in Mitleidenschaft ziehen.

Wenn das Herz härter arbeiten muss, um das Blut im Körper zu bewegen, dann kann das dazu führen, dass die Herzmuskeln steifer und dicker werden und sich vergrößern. Dinsdale erklärt uns, dass das Herz seine Arbeit nicht mehr effektiv erfüllen kann, wenn es vergrößert ist, was schließlich zu Herzversagen führen kann.

Zudem kann extremer Alkoholkonsum die Herzmuskeln im Laufe der Zeit schwächen, was zu Kardiomyopathie, einer Beschwerde, die auch Herzversagen auslösen kann, führen kann.

Erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte sind ein weiterer Grund zur Sorge für Personen, die regelmäßig mehr als die empfohlenen Mengen trinken.

Ein erhöhter Triglyceridspiegel wird, wie Dinsdale verdeutlicht, mit koronaren Herzerkrankungen in Zusammenhang gebracht. Sie betont auch, dass LDL, oder schlechtes Cholesterin, sich an die Arterienwände anheften kann und sie enger und härter machen kann, wenn sich zu viel LDL im Blutstrom befindet. Diese Erkrankung heißt Atherosklerose und kann zu koronaren Herzerkrankungen führen.

Feiertag-Herz-Syndrom

Diejenigen, die während der Woche nicht Trinken und ihre empfohlene Alkoholmenge für einen besonderen Fortgehabend am Wochenende aufheben, glauben vielleicht, dass sie besser dran sind, als diejenigen, die weniger aber regelmäßig trinken. Dieses Konsumverhalten wird besonders um Weihnachten häufig beobachtet.

Der Konsum des wöchentlichen Alkohollimits an einem Abend, ist nicht gesünder als der regelmäßige Konsum.

Dinsdale erklärt, das Komatrinken eine ernsthaftere Gefahr darstellt als der regelmäßige Konsum geringerer Mengen.

Sie erwähnt, dass dies zum ‘Feiertag-Herz-Syndrom’ (Holiday Heart Syndrome), von dem zum ersten Mal in den 70ern berichtet wurde und das nach seinem vermehrten Vorkommen an Wochenenden und Feiertagen benannt wurde, führen kann. Es wurde festgestellt, dass Komatrinken zur Arrythmie oder einem unregelmäßigen Herschlag führen kann. Dies wird durch die Veränderungen des Blutdrucks verursacht und erhöht das Risiko eines Herzinfarkt oder von Sekundentod.

Dies ist eine extreme Prognose für diejenigen, die häufig am Wochenende extreme Mengen an Alkohol konsumieren.

Dinsdale illustriert, dass andere Studien gezeigt haben, dass Komatrinker zweimal so häufig einen Herzinfarkt haben oder an einer koronaren Herzerkrankung sterben, als diejenigen, die regelmäßig geringere Mengen trinken.

Gibt es gesündere Optionen?

Es ist ein Attest zum Stellenwert von Alkohol in unserer nationalen Kultur, dass sogar diejenigen, die sich um ihre Gesundheit bemühen und fit bleiben wollen, die Weihnachtszeit oft mit viel Alkohol feiern.

Dadurch ergibt sich die in den letzten Jahren mit Zunahme unseres Gesundheitsbewusstseins immer häufiger gestellte Frage, welche Form des Alkoholkonsums ist gesünder?

Ethanol (oder purer Alkohol) ist in jedem Getränk dasselbe und hat immer den selben Effekt, wie Dinsdale erklärt, jedoch können unterschiedliche Getränke unterschiedliche zusätzliche Inhaltsstoffe enthalten, die auch einen Effekt haben können. So enthalten manche alkoholische Getränke mehr Kalorien als andere, diese können zu einer erhöhten Gewichtszunahme führen und das Herz belasten.

Als Referenzpunkt: eine halbe Bier enthält etwa die selbe Menge an Kalorien wie ein Schokoriegel und ein reguläres Glas Wein enthält die selbe Menge wie ein Milchkafee mit zwei Stück Zucker.

Mit was der Alkohol gemischt wird, macht auch einen entscheidenden Unterschied und kann Spirituosen noch problematischer machen:

Dinsdale erwähnt zum Beispiel, dass alkoholische Getränke, die mit koffeinhaltigen Energy Drinks gemischt werden, zu höherem Blutdruck führen und das Risiko für kardiovaskoläre Erkrankungen erhöhen können.

Studien zeigen auch, dass Personen, die Spirituosen trinken anfälliger für Hypertonie sind, wobei sich dies möglicherweise auch aufgrund der Tatsache, dass Personen die Spirituosen trinken mehr trinken gezeigt hat.

Die Rotweindebatte

Wir kennen alle das Sprichwort, dass Rotwein gesund ist. Dinsdale teilt uns aber mit, dass er deshalb trotzdem nicht unbedingt eine sichere Option für den starken Alkoholkonsum ist. Tatsächlich ist es noch gar nicht ganz klar, ob Rotwein wirklich gut für uns ist, wenn er in moderaten Mengen konsumiert wird. Laut Dinsdale wird das Thema von Experten immer noch stark diskutiert.

Manche Studien behaupten, dass, wenn Alkohol in sicheren Maßen konsumiert wird, das Ethanol eventuell die Menge an HDL oder gutem Cholesterin im Blut erhöhen kann und dadurch einen schützenden Effekt vor Herzerkrankungen haben kann. Sollte dies der Fall sein, hat Alkohol generell, und nicht nur Rotwein, einen positiven Effekt.

Andere Studien zeigen, dass Rotwein aufgrund der Polyphenole und der Antioxidantien, die in den Trauben enthalten sind, einen herzschützenden Effekt hat, wenn er in sicherem Maße konsumiert wird.

Für was Sie sich beim Trinken auch entscheiden, Dinsdale betont die Wichtigkeit der Mäßigung.

Jegliche Schutzwirkung, die sich eventuell zeigen kann, existiert nur, wenn Alkohol in begrenztem Maße konsumiert wird. Die Beweise weisen zudem darauf hin, dass sich herzschützende Effekte nur bei Männern über 40 und Frauen, die ihre Menopause schon hinter sich haben, zeigen.

Verantwortungsvolles Trinken

Obwohl natürlich Gesundheitsrisiken, die mit exzessivem Konsum in Zusammenhang stehen, gegeben sind, heißt das nicht, dass Sie keinen Tropfen Alkohol in der Weihnachtszeit genießen können. Denken Sie einfach daran Ihren Konsum in einem vernünftigen Maß zu halten.

Dinsdale gibt die folgenden Ratschläge:

  • Bleiben Sie aufmerksam und in Kontrolle. Rechnen Sie sich aus, wie viel Sie täglich trinken und halten Sie diese Menge im Auge. Im Internet finden gute Ressourcen zur Errechnung des Alkoholgehalts und der Kalorien. Versuchen Sie zum Beispiel www.kenn-dein-limit.info.
  • Vermeiden Sie es Ihre alkoholischen Getränke in Kombination mit Energy Drinks zu trinken.
  • Versuchen Sie in jeder zweiten Runde alkoholfreie Getränke zu trinken, diese helfen Ihnen hydriert zu bleiben.

Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Alkohol, auch wenn er ein wichtiger Teil der Feierkultur ist, nicht der Pfeiler eines gesunden Soziallebens ist. Es gibt viele nicht-alkoholische Optionen die auf Parties getrunken werden können.

Dinsdale erwähnt zudem, dass es vielleicht eine gute Idee ist einen alkoholfreien Ausflug, wie Eislaufen oder einen Spaziergang im Park, vorzuschlagen, wenn man seinen Alkoholkonsum reduzieren will.

Weitere Informationen zur Arbeit von Heart Research UK und hilfreiche Ratschläge (in Englisch) finden Sie auf ihrer Website.
Weitere Informationen zum Umgang mit Alkohol finden Sie auf der Seite zur Aktionswoche Alkohol.