Die meisten Menschen führen dank moderner Medikamente mit Asthma ein ganz normales Leben. Meist werden Inhalationsgeräte verwendet, die je nach Bedarf zur Linderung akuter Asthmaanfälle oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. In manchen Fällen verschreibt der Arzt langwirkende Medikamente mit einer Wirkstoffkombination. Wir haben eine kurze Übersicht für Sie zusammengestellt, in der wir die verschiedenen Asthma-Behandlungen erklären und einen Vergleich von Asthmabehandlungen zeigen.   

Inhalationsgeräte zur Behandlung akuter Atemnot

In Deutschland sind Asthmamedikamente farblich codiert: Blaue Inhalationsgeräte enthalten die  Wirkstoffe Salbutamol oder Terbutalin, die bei einem akuten Asthmaanfall die Atemnot durch eine schnelle Erweiterung der Atemwege lindern. Diese Wirkstoffe werden auch Bronchodilatatoren oder Beta-2-Sympathomimetika genannt. Zu den verschiedenen im Handel erhältlichen Bedarfsmedikamenten gehören AiromirSalamolSalbutamol, Ventolin und Bricanyl. Führen Sie einen solchen Bedarfsinhalator ständig griffbereit mit sich, so dass Sie im Notfall darauf zugreifen können.

Ventolin enthält genauso wie Salbutamol den Wirkstoff Salbutamol Sulfat. Dieser Beta-2-Agonist wirkt, indem er die betroffenen Muskelwände entspannt. Ventolin kann nicht rezeptfrei gekauft werden, genauso wie andere Asthmabehandlungen für die immer eine Verschreibung vom Arzt benötigt wird.

Müssen Sie mehr als zweimal pro Woche auf Ihren Bedarfsinhalator zugreifen, ist dies ein Zeichen dafür, dass Ihr Asthma nicht richtig eingestellt ist. Sie sollten sich mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung setzen um eine veränderte Einstellung zu besprechen. Er wird Ihnen möglicherweise zusätzlich ein entzündungshemmendes Glucocorticoid verordnen.

Inhalationsgeräte zur Vorbeugung von Asthmaanfällen

Zur Vorbeugung von akuten Asthmaanfällen werden Inhalatoren mit entzündungshemmenden Glucocorticoiden verschrieben. Diese Inhalationsgeräte sind an ihrer roten Farbe zu erkennen und werden regelmäßig, meist zweimal pro Tag, eingesetzt. Die Verwendung ist nicht bei allen Asthmatikern erforderlich.

Die Inhalation der entzündungshemmenden Glucocorticoide führt zu einer langfristigen Verbesserung der Entzündung in den Atemwegen. Es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis sich die positive Wirkung der Glucocorticoide bemerkbar macht. Bitte folgen Sie stets den Anweisungen des Arztes und nehmen Sie das Medikament auch dann weiter ein, wenn Sie sich schon besser fühlen.

Versuchen Sie den "roten" Inhalator zweimal täglich zu einem bestimmten Zeitpunkt verwenden, so dass die Anwendung in Ihre Alltagsroutine eingeht und Sie es nicht vergessen.

Weitere langwirksame Bronchienerweiterer

Seit einiger Zeit werden immer häufiger langfristig wirkende Medikamente zusätzlich zu den täglich einzunehmenden Glucocorticoiden verschrieben. Dabei handelt es sich um langwirksame Anticholinergika (Long Acting Antimuscarinic Agent – LAMA) und um langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA), die bereits zur Behandlung von COPD erfolgreich eingesetzt werden.

Diese Inhalationsgeräte bewirken eine Entspannung der die Atemwege umgebenden Muskeln, so dass mehr Atemluft in die Lungen gelangen kann. LAMA-Inhalatoren reduzieren außerdem den Schleim in den Atemwegen.

Die Verwendung dieser Inhalatoren ohne parallele Verwendung eines Inhalationsgerätes zur Vorbeugung kann gefährlich sein. Bitte denken Sie auch daran, dass Sie stets einen schnell wirkenden Inhalator zur Behandlung akuter Asthmaanfälle bei sich führen sollten.

Was sind Kombinationsinhalatoren?

Diese Art von Inhalationsgeräten enthalten eine Kombination aus einem LABA (langwirksamer Beta-2-Agonist) und einem Glucocorticoid. Zu den am häufigsten verschriebenen Kombinationspräparaten gehören Seretide und Symbicort. Diese zielen darauf ab, sowohl kurzfristige Atemlosigkeit und Enggefühle in der Brust zu behandeln als auch die langfristige Entzündung der Atemwege.

Sie werden meist Asthmapatienten verschrieben, deren Asthma nicht unter Kontrolle ist und die schnell auf Asthma-Trigger reagieren. Patienten, die einen Kombinationswirkstoff verwenden, benötigen jedoch ebenfalls zusätzlich einen schnell wirkenden Inhalator zur Behandlung akuter Anfälle.

Was sind nicht-steroidale Inhalatoren?

Es gibt verschiedene Inhalationsgeräte, die ohne Steroide (Glucocorticoide) auskommen. Derzeit sind zwei verschiedene Wirkstoffe auf dem Markt: Cromiglicinsäure wird vor allem bei Belastungsasthma verwendet und wird im Handel unter dem Markennamen Intal vertrieben.  Der Wirkstoff Nedocromil-Natrium ist als Tilade-Dosieraerosol erhältlich. Beide zielen auf eine Erweiterung der Atemwege und eine Linderung der Entzündung ab.

Sie sind besonders geeignet für Patienten, die Glucocorticoide nicht oder nur schlecht vertragen.

Das SMART-Prinzip bei Asthma

Diese Kombinationspräparate werden nur Erwachsenen über 18 Jahren verschrieben, die unter besonders schlecht kontrolliertem Asthma leiden. Dabei werden täglich eingesetzte Glucocorticoide und Beta-2-Sympathomimetika zur Behandlung akuter Anfälle in einem einzigen Präparat kombiniert, das sich SMART (Single Inhaler für Maintenance and Reliver Therapy) nennt.

Statt zweier verschiedener Inhalationsgeräte verwenden Patienten nur noch einen einzigen Inhalator zur täglichen Einnahme der Glucocorticoide und für den Einsatz im Notfall. Erhältlich sind derzeit die beiden Medikamente Symbicort SMART und Fostair MART Regime.

Welche verschiedenen Inhalationsgeräte für Asthma gibt es?

Zur Behandlung von Asthma stehen drei verschiedene Inhalationsgeräte zur Verfügung. Jede zielt darauf ab, die Wirkstoffe der Asthmamedikamente möglichst effektiv und gezielt in die Atemwege zu befördern. Nicht jedes Gerät ist für jeden Patienten geeignet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über das für Sie beste Inhalationsgerät und besuchen Sie regelmäßige Check-Ups, damit der Arzt Ihre Inhalationstechnik überprüfen kann.

Dosieraerosole

Dosieraerosole werden auch als hand- oder druckausgelöste Inhalationssysteme bezeichnet. Die Wirkstoffe werden erst freigesetzt, wenn Sie aktiv mit der Hand auf das Inhalationsgerät drücken. Dies löst einen Sprühstoß aus, den Sie tief einatmen, damit die Wirkstoffe in die Atemwege gelangen. Vielen Menschen fällt es schwer, den korrekten Zeitpunkt exakt abzupassen. Bei andauernden Schwierigkeiten kann der Arzt zusätzlich einen Spacer verschreiben oder ein anderes Inhalationsgerät.

Pulverinhalatoren

Bei diesen Inhalationsgeräten wird der Wirkstoff aktiv eingeatmet, so dass die oft mühevolle Koordination von Handdruck und Atmung entfällt. Allerdings muss der Patient über eine größere Atemkraft verfügen, weil der Wirkstoff selbst aktiv in die Atemwege eingeatmet werden muss. Schwerkranke oder alte Patienten können damit möglicherweise überfordert sein, so dass das Dosieraerosol für sie die bessere Wahl ist.

Der Spacer

Ein sogenannter Spacer ist eine vorgeschaltete Inhalationskammer für das Dosieraerosol: Dabei wird der Wirkstoff zunächst in die Kammer gesprüht und lässt sich dann unabhängig vom Sprühstoß in mehreren Atemzügen einatmen.  Damit wird Menschen geholfen, die an Koordinationsschwierigkeiten leiden oder kleinen Kindern, die noch nicht richtig mit dem Dosieraerosol  umgehen können.

Weiterhin wurde beobachtet, dass der Spacer zu einer Milderung der Nebenwirkungen im Mundraum führt.

Elektrische Vernebler

Ein elektrischer Vernebler verwandelt flüssige Medikamente in einen leicht einzuatmenden Nebel. Sie werden meist in Krankenhäusern eingesetzt um Patienten nach einem schweren Asthmaanfall eine hohe Dosis des Wirkstoffs zu verabreichen, wenn dieser kaum selbst atmen kann.  Vernebler werden manchmal zusammen mit einer Atemmaske verwendet, so dass der Patient einfach nur ein und ausatmen muss ohne sich auf die Koordination zu konzentrieren.

Ihr Einsatz ist in den letzten Jahren zurückgegangen, da sich reguläre Inhalationsgeräte in Kombination mit einem Spacer als genauso effektiv erwiesen haben.

Wie bei allen Medikamenten gilt auch hier, dass nur die vom Arzt verordneten Wirkstoffe und Inhalationsgeräte unter Einsatz der richtigen Technik verwendet werden sollen.

Indem Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes halten, mindern Sie das Risiko von Nebenwirkungen und erzielen die bestmöglichen Behandlungsergebnisse.

Bei der Verwendung des für Sie am besten geeigneten Medikamentes und der richtigen Atemtechnik, sowie der Teilnahme an regelmäßigen Checkups, werden Sie mit Ihrem Asthma so gut leben können, dass es Ihr Alltagsleben nicht mehr negativ beeinflusst.