Weltweit leben nach Schätzungen etwa 300 Millionen Menschen mit Asthma. Genaue Zahlen über die Häufigkeit der Erkrankung sind jedoch schwer zu ermitteln. Diese hängt mit der Art und Weise der Diagnose, dem Verlauf und der Schweregrad der Erkrankung zusammen.

Die meisten Menschen führen dank moderner Medikamente mit Asthma ein ganz normales Leben. Meist werden Inhalationsgeräte verwendet, die je nach Bedarf zur Linderung akuter Asthmaanfälle oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. 

Jedoch sind nicht alle  Asthma-Inhalatoren sind gleich. Es gibt zahlreiche Asthmasprays, so dass man leicht den Durchblick verliert. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir die wichtigsten Fakten zu den verschiedenen Asthma Inhalatoren im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Controller: Langzeit-Asthma Sprays

Controllers sind Asthmasprays, die als Langzeitmedikation eingesetzt werden. Sie unterdrücken chronische Entzündungen der Atemwege und reduzieren so Schwellungen und Schleimbildung in den Bronchien. Dadurch bewirken diese Asthmasprays, dass Asthmaanfälle seltener und weniger schwerwiegend sind.

Die Wirkung der Controller setzt erst nach ungefähr einer Woche ein, weshalb sie langfristig als tägliche Asthmasprays eingesetzt werden. Nur so können sie präventiv wirken.

Der effektivste und damit üblichste Wirkstoff von Langzeit-Asthmasprays ist Kortison. Kortison ist aber nicht nur für seine effektive Wirkung bekannt, sondern auch für seine Nebenwirkungen wie zum Beispiel Gewichtszunahme und Osteoporose. Als Asthmaspray sind solche Nebenwirkungen jedoch sehr gering - durch die Inhalation gelangt das Kortison direkt in die Lunge und weniger in den ganzen Körper. Bei stark ausgeprägtem Asthma kann Kortison auch in Tablettenform verabreicht werden. Auch hier können die Nebenwirkungen begrenzt werden, wenn die Tabletten nur dann eingenommen werden, wenn es absolut unumgänglich ist und nicht in zu hoher dosierter Form.

Reliever (Notfall-Asthmasprays)

Angewendet werden Reliever bei leichten Symptomen wie Atemlosigkeit, Keuchen oder Engegefühl im Brustkorb.

Sie helfen im akuten Asthma Anfall, wenn die Wirkung innerhalb von wenigen Minuten einsetzen soll. Es gibt sie als Asthmaspray zum Inhalieren, damit die Wirkung sofort eintritt.

Reliever entspannen die Muskeln in den Atemwegen. Dadurch werden sie weiter geöffnet, was einen erhöhten Luftstrom ermöglicht. 

Sie werden auch Bronchodilatator genannt, weil sie die Bronchien (Broncho-) erweitern (-Dilatatoren). Die zwei Hauptwirkstoffe sind Salbutamol und Terbutalin. 

Zu den Inhalatoren mit dem Wirkstoff Salbutamol gehören Airomir®, Asmasal®, Salamol®, Salbulin®, Pulvinal®, Salbutamol® und Ventolin®

Terbutalin wird oft unter dem Markennamen Bricanyl® verkauft.

Wenn Reliever Inhalatoren farblich gekennzeichnet sind, wie in Großbritannien beispielsweise, dann sind sie blau. 

Gut für Menschen, deren Symptome nur gelegentlich auftreten (weniger als drei Mal pro Woche). 

Kombipräparate als Asthmaspray

Diese Art von Inhalatoren enthalten eine Kombination aus einem LABA (langwirksamer Beta-2-Agonist) und einem Glucocorticoid. 

Zu den am häufigsten verschriebenen Kombinationspräparaten gehören Seretide und Symbicort. Diese zielen darauf ab, sowohl kurzfristige Atemlosigkeit und Engegefühle in der Brust zu behandeln als auch die langfristige Entzündung der Atemwege zu beruhigen.

Sie werden meist Asthmapatienten verschrieben, deren Asthma nicht unter Kontrolle ist und die schnell auf Asthma-Trigger reagieren. Patienten, die einen Kombinationswirkstoff verwenden, benötigen jedoch ebenfalls zusätzlich einen schnell wirkenden Inhalator zur Behandlung akuter Anfälle (Reliever).

Elektrische Vernebler

Ein elektrischer Vernebler verwandelt flüssige Lösungen in einen leicht einzuatmenden Nebel. 

Sie werden meist in Krankenhäusern eingesetzt um Patienten mit Atemschwierigkeiten nach einem schweren Asthmaanfall eine hohe Dosis des Wirkstoffs zu verabreichen. Vernebler werden manchmal zusammen mit einer Atemmaske verwendet, so dass der Patient einfach nur ein und ausatmen muss ohne sich auf die Koordination zu konzentrieren.

Durch leichte Druck- und Sauerstoffzufuhr werden die Atemwege offen gehalten, sodass der Wirkstoffnebel die Bronchien optimal erreicht.

Da der Nebel bzw. das Aerosol bei Verneblern grundsätzlich langsamer aus dem Gerät austritt als bei Dosieraerosolen, steht zum Einatmen grundsätzlich mehr Zeit zur Verfügung.

Ihr Einsatz ist in den letzten Jahren zurückgegangen, da sich reguläre Inhalationsgeräte in Kombination mit einem Spacer als genauso effektiv erwiesen haben.

Dosieraerosole (Evohaler) oder Pulverinhalatoren (Accuhaler)?

Welches Asthmaspray ist zu welchem Zeitpunkt sinnvoll?

Dosieraerosole (Evohaler)

Dosieraerosole werden auch als hand- oder druckausgelöste Inhalationssysteme bezeichnet. 

Die Wirkstoffe werden erst freigesetzt, wenn Sie aktiv mit der Hand auf das Inhalationsgerät drücken. Dies löst einen Sprühstoß aus, den Sie tief einatmen, damit die Wirkstoffe in die Atemwege gelangen. 

Dosier-Inhalatoren sind leicht zu bedienen (daher auch bei schwerem Asthma oder während eines Asthmaanfalls geeignet).

Vielen Menschen fällt es schwer, den korrekten Zeitpunkt des Einatmens exakt abzupassen. Bei andauernden Schwierigkeiten kann der Arzt zusätzlich einen Spacer oder ein anderes Inhalationsgerät verschreiben.

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Pulverinhalatoren (Accuhaler)

Bei diesen Inhalationsgeräten wird der Wirkstoff aktiv eingeatmet, so dass die oft mühevolle Koordination von Handdruck und Atmung entfällt. 

Allerdings muss der Patient über eine größere Atemkraft verfügen, weil der Wirkstoff selbst aktiv in die Atemwege eingeatmet werden muss. Schwerkranke oder ältere Patienten können damit möglicherweise überfordert sein, so dass das Dosieraerosol für sie die bessere Wahl ist.

Der aktive Wirkstoff dieser Inhalatoren wird in Pulverform geliefert

Inhalt des Wirkstoffs wird mit einem starken Atemzug eingeatmet (dies erfordert ein erhöhtes Atemzugvolumen), wobei das Mundstück des Inhalators fest von den Lippen umschlossen sein muss

Dieses Asthmaspray ist nicht geeignet für starkes Asthma oder während eines Asthmaanfalls.


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Asthma ist bisher nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut zu behandeln. 

Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten für Asthma. Ziel ist es, Asthma-Patienten die Teilnahme am täglichen Leben so normal wie möglich zu ermöglichen.                               

Bei Asthma ist die Inhalation oft eine tägliche Routine.

Sowohl im Rahmen einer akuten Notfallbehandlung als auch als Langzeittherapie - Asthmatiker haben meist mehrere Inhalatoren, die regelmäßig verwendet werden müssen. 

Welches Inhalationssystem Ihr Arzt jedoch empfiehlt, hängt vor allem von der einfachsten Anwendung für Sie, Ihrem Alter und der Schwere Ihres Asthmas zusammen.

Vor der Anwendung einer dieser Inhalatoren sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um die für Sie am besten geeignete Behandlungsmethode zu besprechen.

 

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Zuletzt überprüft:  14.02.2020